"profil": Scorsese: "Wir werden uns vermutlich dem Horror eines Weltkriegs stellen müssen"

US-Filmemacher Martin Scorsese erklärt seinen Rücktritt vom Kinospektakel - ist am Oscar desinteressiert - scharfe Attacke auf Bush-Administration

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden
Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" sieht US-Starregisseur Martin Scorsese, dessen neuer Film "The Aviator" in Österreich am 20. 1. starten wird, Künstler von der Politik unter Druck gesetzt. Dies sei "besonders in Zeiten des Krieges" so. Amerikas Wähler, so Scorsese weiter, "haben offenbar Angst davor, Veränderungen herbeizuführen, denn der Krieg findet nun, erstmals seit dem Bürgerkrieg, auf unserem Grund und Boden statt. Der Horror, dem wir uns in den kommenden Jahrhunderten vermutlich stellen müssen werden, ist ein Weltkrieg, in dem ohne Ende geschlagen und getötet wird wie im Mittelalter." Für die Bush-Administration findet er das Wort "Schurken" - und erklärt, man müsse in Amerika mittlerweile "vorsichtig sein, was man sagt".

Auch die eigenen Arbeitsbedingungen betrachtet Scorsese skeptisch. Man stehe "wenn man in Hollywood Filme macht, unter enormem Druck" -und das sei "die schlimmste Art von Druck". Die 100-Millionen-Dollar-Produktion "Aviator" könnte, so der Regisseur im "profil"-Interview, sein letzter Film "dieser Größenordnung" sein, denn Kinospektakel, die ihn noch interessierten, könne er mit einem Hollywoodstudio nicht mehr machen: "Die Studios brauchen bestimmte Filme, die mich nichts angehen, Filme, die produziert werden müssen, weil einfach Geld fließen muss. Filme wie 'Der Polarexpress' machen andere besser, dazu braucht man mich nicht."

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