Ärztkammer fordert konkrete Betreuungskonzepte für betagte Menschen

ÖÄK-Präsident Brettenthaler: "Gesundheitsplattformen nicht nur zum Sparen, sondern zum Ausbau der Versorgung nutzen" - Kritik an Österreichischem Strukturplan 2005

Wien (OTS) - Der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Dr. Reiner Brettenthaler, hat anlässlich des Jahreswechsels Bund und Länder nachdrücklich dazu aufgerufen, die vorgesehene Bundes-Gesundheitsagentur und die kommenden Gesundheitsplattformen in den Ländern "nicht nur für Zwecke des Sparens und der Leistungsverteilung, sondern auch zum bedürfnisgerechten Ausbau der Versorgung zu nutzen". Die Ärzteschaft halte die geplanten Plattformen für potenziell sinnvolle Einrichtungen zur Zusammenführung von Finanzierungsströmen, allerdings fehle bisher jeder Entwurf, was die Verbesserung der Versorgungsleistungen und die Beseitigung wesentlicher Angebots-Engpässe angehe, so Brettenthaler Sonntag in einer Aussendung.

Von diesem "Konkretisierungsdefizit" der vorliegenden Gesundheitsreform besonders betroffen sei etwa die zahlenmäßig rapid wachsende ältere Bevölkerung. Brettenthaler: "Es fehlt nach wie vor an plausiblen und praxisnahen Konzepten, wie Österreich mit der gesundheits- und sozialpolitisch größten Herausforderung der nächsten Jahrzehnte umgehen wird. Ich fordere die Einsetzung einer Kommission, die innerhalb eines Jahres ein österreichweit gangbares Modell zur integrierten Betreuung älterer Mitmenschen zu erarbeiten hat!" Der Ärztepräsident bedauerte, dass im vorliegenden Entwurf des Österreichischen Strukturplans Gesundheit 2005 (ÖSG) auf dieses Problem in keiner Weise eingegangen werde und stattdessen bedenkliche Tendenzen zur Verknappung von Versorgungsleistungen erkennbar und Einschränkungen - etwa der wohnortnahen fachärztlichen Versorgung -zu befürchten seien. Dieser vom Österreichischen Bundesinstitut für Gesundheitswesen (ÖBIG) erarbeitete Plan sieht im Detail vor, welche und wieviele Gesundheitseinrichtungen in Zukunft welche und wieviele Gesundheitsleistungen anbieten sollen.

"Bisher gibt es weder im Reformgesetz, noch im vorliegenden Entwurf des ÖSG 2005 richtungsweisende Vorschläge zum Ausbau und zur Modernisierung der Gesundheitsversorgung im Allgemeinen und für die ältere Bevölkerung im Besonderen", monierte der ÖÄK-Präsident.

Die Ärzteschaft beobachte mit Sorge, dass das ÖBIG offenbar davon ausgehe, dass die fachärztliche Versorgung künftig eher im Spital erbracht werde. Damit werde am künftigen Betreuungsbedarf vorbei geplant - ganz abgesehen davon, dass auch die Spitäler überfordert wären, so Brettenthaler. Der Ärztepräsident forderte das Gesundheitsministerium abschließend auf, den ÖSG in dieser Form "keinesfalls" zu verwirklichen.

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