AK: 426.000 ÖsterreicherInnen pflegen ihre Angehörigen - und brauchen mehr Unterstützung

80 Prozent der Pflegebedürftigen in Österreich werden zu Hause gepflegt - AK fordert Maßnahmen zur Entlastung der pflegenden Angehörigen

Wien (AK) - 426.000 Österreicherinnen und Österreicher betreuen pflegebedürftige Angehörige und Bekannte. "Würden diese Pflegeleistungen nicht erbracht werden, gäbe es einen katastrophalen Pflegenotstand", sagt Christoph Klein, Leiter des Bereiches Soziales in der AK Wien. Mehr als 80 Prozent der pflegebedürftigen Menschen in Österreich werden auf diese Weise zu Hause gepflegt. Die pflegenden Angehörigen nehmen meist große Belastungen auf sich: Nach einer ÖBIG-Studie (Österr. Bundesinstitut für Gesundheitswesen) fühlen sich 70 Prozent körperlich und 80 Prozent psychisch belastet. Die Arbeiterkammer verlangt rasch Maßnahmen zur Unterstützung der pflegenden Angehörigen. Neben einem verbesserten Schulungs- und Informationsangebot, etwa über Pflegeprodukte und Hilfsmittel, fordert die AK für pflegende Angehörige, die von Voll- auf Teilzeit wechseln, eine begünstigte Pensionsversicherung. Außerdem sollen zur Entlastung der Angehörigen alternative Pflegeeinrichtungen wie Kurzzeitpflege und Tageszentren angeboten werden.

"Die Tätigkeit der pflegenden Angehörigen in Österreich kann gar nicht hoch genug geschätzt werden", betont Klein. 282.000 Frauen und 144.000 Männer nehmen große Belastungen auf sich, um ihre Angehörigen zu pflegen: 70 Prozent leiden unter körperlichen, 80 Prozent unter großen psychischen Belastungen, wie etwa dem Druck der hohen Verantwortung, der Isolation durch die Notwendigkeit permanenter Anwesenheit, Überforderung und Burn-Out-Syndromen.

"Pflegende Angehörige brauchen mehr Unterstützung und Entlastung", fordert Klein. Aus Sicht der AK muss daher

+ die gesetzliche Einschränkung des Zugangs pflegender Angehöriger zur eigenen Altersvorsorge fallen. Wer von Vollzeit auf Teilzeit wechselt, um Pflegearbeit zu leisten, kann nicht den daraus resultierenden Pensionsverlust wettmachen. Die AK verlangt, dass in Zukunft die begünstigte Selbstversicherung - der Staat übernimmt die "Arbeitgeberanteile" - auch bei Reduktion der Arbeitszeit und auch dann, wenn vorher noch keine Sozialversicherung bestanden hat, zusteht. Wenn man bedenkt, dass doppelt so viele Frauen wie Männer pflegebedürftige Angehörige betreuen, wäre das ein wichtiger Beitrag, um gleichberechtige Teilhabe der Frauen am Berufsleben zu ermöglichen.

+ Den Angehörigen muss Entspannung und Regeneration ermöglicht werden: Flexible alternative Pflegeangebote (zB Kurzzeitpflege und Tageszentren) können die Lebensqualität der Pflegepersonen beträchtlich erhöhen. Tageszentren kommen auch dem Wunsch der Pflegenden entgegen, da die Angehörigen über Nacht zu Hause behalten werden können, aber am Tag im Tageszentreum betreut werden.

+ Häufig mangelt es den pflegenden Angehörigen an Wissen und Know-How, etwa über Hilfsmittel und Pflegeprodukte und sie haben Probleme, die Pflegesituation organisatorisch zu bewältigen. Die AK verlangt hier Informations- und Schulungsangebote sowie organisatorische Unterstützung, etwa durch periodische Hausbesuche von diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegepersonen. Durch die Hilfe zur Selbsthilfe können nicht nur die pflegenden Angehörigen entlastet, sondern auch weitere Einweisungen in Pflegeheime vermieden werden.

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