Maier: Zweiter Stock für Tangente neu prüfen - statt Lobau-Zerstörung

Alte Studie über Verkehrsaufkommen muss aktualisiert werden - durch EU-Erweiterung droht zusätzliche Verkehrslawine =

Wien, 2. Jänner 2004 (ÖVP-PK) "Bevor eine Zerstörung von weiten Teilen der Lobau, einem besonders schützenswerten Augebiet an der Donau, ins Auge gefasst wird, muss der Bau eines zweiten Stockwerkes für die Tangente nochmals geprüft werden", verlangte heute, Freitag, Abg.z.NR Dr. Ferry Maier. Durch die EU-Erweiterung werde eine zusätzliche Verkehrslawine auf Österreich zurollen. "Der Großraum Wien wird zu einem einzigen neuralgischen Verkehrsknoten, wenn man nicht endlich großzügigste, frequenzstarke Straßenvarianten projektiert. Dazu gehört ein zweites Stockwerk für den 'Transit-Teil' der Süd-Ost-Tangente, die schon heute die am stärksten befahrene Autobahn Europas ist." ****

Maier spricht sich daher für eine rasche Aktualisierung der Studie aus dem Jahre 1995 - mit Zahlen des Jahres 1992 - aus, die Aufschluss über das Verkehrsaufkommen auf der Wiener Süd-Ost-Tangente gibt. "Die in dieser Studie angeführten Zahlen berücksichtigen natürlich nicht den durch die EU-Erweiterung ausgelösten Verkehrsstrom aus dem Osten - wie zum Beispiel der Neubau der A5, der Autobahn Wien-Brünn." Aktuelle Zahlen seien aber für eine seriöse Beurteilung unerlässlich, welches Projekt das für Menschen und Landschaft beste, weil am wenigsten belastende Straßenprojekt ist.

"Es muss allen klar sein, dass etwas geschehen muss. Sonst ersticken die Bezirke Donaustadt und Floridsdorf - immerhin ein Stadtteil, der größer ist als Graz - vollkommen im Verkehr. Ein permanentes Verkehrschaos und Stauorgien wären vorprogrammiert", so Maier.

In der jetzigen Diskussion über die Wiener "Autobahn-Zubringer" für die geplante Autobahn Wien-Brünn vermisse er Überlegungen, die einen wirklich großzügigen Ausbau der Süd-Ost-Tangente mit einbeziehen. "Statt vorschnell in einer Gegend wie zum Beispiel der schützenswerten Lobau einen völlig neuen Verkehrsträger zu planen, sollte man die vorhandenen Routen ausbauen - wie eben die Süd-Ost-Tangente." Zwar werde derzeit die Tangente um eine Spur verbreitert, das sei aber keinesfalls eine nachhaltig wirksame Lösung des Problems.

"Die Studie aus dem Jahr 1992 bzw. 1995 ist davon ausgegangen, dass am Tag rund 20.000 Fahrzeuge die Süd-Ost-Tangente als 'Transit-Route' von Nord nach Süd benutzen." Und diese - heute absolut nicht mehr haltbaren - Zahlen waren laut Maier letztendlich auch der Grund dafür, dass die technisch machbare Überbauung der Tangente nicht weiter verfolgt wurde.

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