SPÖ-Kärnten will Bildungsoffensive statt Kaputtsparen

2004 ist das Jahr der Erziehung und des Sports. Wo bleiben positive Reformen im Bildungsbereich?

Klagenfurt (SP-KTN) - 2003 brachte Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (VP) nur Flops und Einsparungen im Bildungsbereich zustande. "Gehrer hat das Bildungssystem auf dem Gewissen", ist sich LAbg. Peter Kaiser sicher. Gehrer handle zudem diktatorisch. "Sie würgt jede für sie unangenehme Diskussion ab", so Kaiser zu dem Verhalten der Ministerin. Obwohl von Gehrer eingesetzt, hat sie bisher nur Reformunwillen zu Vorschlägen der Zukunftskommission demonstriert. Zuletzt etwa beim Aufsteigen mit Fünfern, das Gehrer entgegen Expertenmeinungen blockiert.

Die SPÖ will im Jahr der Erziehung und des Sports eine groß angelegte Bildungsoffensive starten. Deren Ziel ist eine Modernisierung des Bildungssystems und eine Stärkung Kärntens als Standort wichtiger Bildungseinrichtungen wie der Uni. Diese soll ausgebaut werden. "Wissen und damit Bildung muss wieder mehr Gewicht bekommen", fordert Kaiser endlich eine Umsetzung des beim EU-Gipfel in Lissabon 2000 festgelgegten Zieles, Europa zur größten Wissensmacht der Welt zu machen. Vonseiten Gehrers sei hier drei Jahre lang nichts passiert.

Bildungspolitik darf nicht so aussehen, dass zuerst alles kaputtgespart wird und danach mit allen dadurch entstandenen Problemen in die Autonomie entlassen wird. Die Unis beklagen die Kürzungen der Mittel für den Lehrbetrieb und haben damit zu kämpfen, dass sie das Lehrangebot aufrecht halten können. "Autonomie ist hier nur ein Schlagwort", meint Kaiser, dass es besser wäre, die Unis nicht auszuhungern. Denn das öffnet Tür und Tor für das Privatschulwesen.

Nun beginnt eine groß angelegte Bundesländer-Tour um über die Ergebnisse der Zukunftskommission zu diskutieren. Am 8. Jänner macht der Gehrer-Tross in Kärnten Station. "Dazu werden aber nur ausgesuchte Personen eingeladen, damit die Diskussion in die richtige Richtung gelenkt wird", kritisiert Landesschulrats-Vizepräsident Rudolf Altersberger die Vorgehensweise der Bildungsministerin. Deswegen veranstaltet der SLÖ, das Renner-Institut, BSA und die "Aktion kritischer Schüler" am 12. Jänner eine Diskussion zum Thema "Schule am Scheideweg" (mehr unter www.kaernten.spoe.at/Presse unter Termine).

Lächerlich hingegen der Gehrer-Vorstoß zum mittleren Management an größeren Schulen. Statt diesen Vorschlag ernst zu nehmen, genehmigt die Ministerin gerade einmal zwei Stunden pro Woche und Schule für diese Tätigkeit. Andererseits wurden zwei Stunden gekürzt. Durch die diversen Schwerpunkte an den Schulen gibt es mittlerweile mehr als 400 verschiedene Lehrpläne in Österreich. "Es ist die Frage, ob derartig viele Pläne überhaupt noch sinnvoll sind", glaubt Kaiser, dass Gehrer 2003 weder Konzepte noch Ziele oder Leitbilder erarbeitet hat und sich nur medial "durchwurstelt".

In Kärnten hat Landeshauptmann Jörg Haider ebenfalls einiges zu verantworten. Während seiner Zeit als Bildungsreferent wurden rund 30 Schulen zu Exposituren degradiert. Kleine Schulstandorte sind weiterhin unter Druck. Die versprochene Objektivierung ist zur Farce verkommen. "Und überall beklagen die Lehrerinnen und Lehrer, dass die Schule auf einen Kernbereich zusammenschrumpft. Für Zusatzangebote wie Sport oder Musik müssen die Schüler privat zahlen", kritisiert Kaiser den Sparkurs. (Schluss)

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