ARBÖ: Erschreckende Unfallbilanz 2003 bei Kinderunfällen

Wien (OTS) - ARBÖ regt Aufklärungskampagne des Verkehrsministers an

37 getötete Kinder im Alter bis zu 14 Jahren stellen nach Aussage des Innenministeriums die höchste Opferzahl seit Jahren dar. Dieses erschreckende Zeugnis stellt die Unfallstatistik jedenfalls jenen Erwachsenen aus, die ihre Kinder ungesichert im PKW mitführen. Verunglückten doch 21 Kinder als Pkw-Mitfahrer tödlich.
Der Nachlässigkeit bei der Sicherung von Kindern, insbesondere mit Kindersitzen und Sicherheitsgurt, sollte durch eine gezielte Aufklärungskampagne des Verkehrministers entgegengewirkt werden. Genügend Geld dafür ist im sogenannten Verkehrssicherheitsfonds vorhanden, so der ARBÖ.

Ein ARBÖ-Kindersitztest, der von September bis Oktober 2003 in allen 94 ARBÖ-Prüfzentren durchgeführt wurde, hat gezeigt, dass knapp ein Drittel der Kindersitze (31 Prozent) nicht einmal der EU-Mindestnorm ECE 44/037 entsprachen, sondern völlig veraltete oder gar keine Normen aufwiesen. Jedes fünfte Kind war im Sitz nicht richtig angegurtet. Der Hauptfehler dabei: Die Gurte saßen zu locker oder waren auf der falschen Höhe eingestellt. Auch bei Kindersitzen nach dem ISO-Fix-System wurden Mängel festgestellt: nur 10 Prozent der Sitze waren mit dem Auto fest verankert.

Ein erschreckendes Ergebnis zeigte der ARBÖ-Kindersitz bezüglich des Transportes von Babys: Ein Drittel der am Beifahrersitz in einer Babyliegeschale transportierten Kleinkinder waren lebensgefährlich unterwegs, weil gleichzeitig auch noch der Beifahrer-Airbag aktiviert war: Gegen die Fahrtrichtung positioniert, befindet sich der Kopf des Babys ganz in der Nähe des Airbag, so dass bei einem Unfall dem Baby zusätzliche Verletzungen durch den herausspringenden Airbag drohen. Dabei ist es in Österreich schon seit zehn Jahren verboten (Erlass vom 24. November 1993), Babyliegeschalen am Beifahrersitz bei nicht deaktivierten Beifahrer-Airbag zu montieren. Seit 1997 wird den Autoherstellern gesetzlich vorgeschrieben, einen entsprechenden Hinweis anzubringen, der vor der Verwendung von Babyliegeschalen bei aktivierten Airbag warnt.

Genügend Geld für Aufklärungskampagne im Verkehrssicherheitsfonds vorhanden

Bereits im Herbst hatte der ARBÖ nach Präsentation seines Kindersitztests eine Aufklärungskampagne verlangt. Dafür ist auch genügend Geld im sogenannten Verkehrssicherheitsfonds, der aus den Wunschkennzeichen gespeichert wird, vorhanden.

Die Zahlungen der Kraftfahrer für Wunschkennzeichen sind in Millionenhöhe erfolgt und können verstärkt durch Bund und Länder für die Aufklärung verwendet werden. An erster Stelle steht eine solche Aufklärung zur Sicherung der Kinder im Straßenverkehr, voran deren sichere Mitnahme im Personenkraftwagen.

Gleichfalls dringend notwendig ist die Hebung der Gurtenanlegequote bei Erwachsenen. Auch dazu sollten verstärkt die Mittel der Wunschkennzeichen zur Aufklärung verwendet werden.

Erwachsenen ist zu verdeutlichen, welche Eigeninitiative und Eigenverantwortung sie wahrzunehmen haben.

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