Stöger: Bald noch weniger Frauenärztinnen in Oberösterreich

"Neue Verordnung des Sozialministers für die Vertragsarztauswahl ist frauenfeindlich"

Linz (OTS) - Scharfe Kritik an der neuen "Reihungskriterien-Verordnung" des Sozialministers für die Vertragsarztauswahl übt Gesundheits-Landesrätin Dr. Silvia Stöger. "Die neue Regelung verschlechtert die Chancen von Ärztinnen auf einen Kassenvertrag. Das gilt insbesondere für die Bereiche Gynäkologie, Urologie und Dermatologie. Gerade hier wären aber mehr Ärztinnen mit Kassenvertragspraxen für die spezielle medizinische Versorgung und Betreuung der Frauen wünschenswert. Nun droht aber das Gegenteil -nämlich noch weniger Frauenärztinnen. Das ist sowohl gegenüber Ärztinnen als auch Patientinnen eine absolut frauenfeindliche Gesundheitspolitik."

Schon bisher konnte man keinesfalls von einer gezielten Förderung von Ärztinnen bei der Vergabe von Kassenverträgen sprechen, weil die oö. Ärztekammer eine bevorzugte Punktevergabe für Bewerberinnen grundsätzlich abgelehnt hat. Aber es gab zwischen der Ärztekammer und der Gebietskrankenkasse in Oberösterreich zumindest die Kompromissregelung, dass wenigstens bei der Nachbesetzung von Vertragsärztinnen in den Fachgebieten Dermatologie, Gynäkologie und Urologie zusätzliche Punkte für weibliche Bewerberinnen vergeben werden. Das erhöhte wenigstens die Chancen, dass zumindest die bereits bestehenden Ärztinnenpraxen in diesen Bereichen erhalten blieben. Und das sind ohnehin nicht sehr viele: Im Bereich Gynäkologie sind nur 5 von 71 Kassenverträgen an Ärztinnen vergeben, bei der Dermatologie 10 von 32, die Urologie mit 18 Vertragspraxen ist mit null Ärztinnen überhaupt eine reine männliche Ärztedomäne.

Durch die neue Verordnung des Sozialministeriums wurde aber nun auch diese geringe Möglichkeit der Förderung von Frauenärztinnen unmöglich gemacht, weil eine bevorzugte Bepunktung gar nicht mehr erfolgen darf. Bei der nunmehrigen Anpassung ihrer Auswahl-Richtlinie mussten Kammer und Kasse daher auch die bisherigen Zusatzpunkteregelung für die Ärztinnen gänzlich streichen. Die neue Richtlinie gilt für Ausschreibungen ab März 2004.
"Dann besteht die Gefahr, dass es noch weniger Frauenärztinnenpraxen geben wird", kritisiert Stöger.

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