Ttl.: Privatverschuldung in Wien wächst

Wiener Grüne fordern Diskussion über "Schweizer Modell" der Schuldenvermeidung

Wien (Grüne) - Angesichts der steigenden Privatverschuldung der WienerInnen fordert der Landessprecher der Wiener Grünen, Albert Steinhauser, eine Diskussion über das "Schweizer Modell" der Schuldenvermeidung. In Österreich seien derzeit 300.000 Haushalte überschuldet, d. h. sie können die Außenstände nicht mehr mit dem laufenden Einkommen begleichen. Alleine in Wien wurden mit Stichtag 30. November in diesem Jahr 726 Privatkonkurse eröffnet, das ist eine Steigerung von über 14 Prozent zum Vorjahr. Und: Immer öfters sind es Jugendliche, die in die Schuldenfalle tappen.

"Leider fördert die österreichische Gesetzesslage die Gefahr der privaten Verschuldung. Im Mittelpunkt steht nicht die Verschuldungsvermeidung, sondern die Eintreibung von Schulden", kritisiert Steinhauser, Landessprecher der Wiener Grünen. Durch eine besonders gläubigerfreundliche Exekutionsordnung habe die Politik die Rahmenbedingungen für die Eintreibung von Forderungen so verändert, dass das Risiko für die Gläubiger bei der Kreditvergabe minimal ist.

Die Wiener Grünen sehen dringenden Handlungsbedarf der politisch Verantwortlichen und fordern, dass strengere Regelungen bei der Vergabe von Privatkrediten eingeführt werden und der Schutz der SchuldnerInnen erhöht wird. Als Vorbild könnte dabei die Schweiz gelten. Dort gibt es eine betragsmäßige Deckelung bei Vergabe von Privatkredite (z. B. ein Viertel der Bruttojahreseinkünfte). Weitere Konsumkredite sollten unterbunden werden, solange Zahlungen an einen anderen Kredit zu leisten sind.Unterhalb der Volljährigkeit soll ein Überziehen des Girokontos nur stark eingeschränkt und geringfügig möglich sein. Steinhauser: "Gerade bei Jugendlichen sind Handyrechnungen die Schuldenfalle Nummer 1. Mobilfunkbetreiber lassen sich einen Abbuchungsauftrag unterschreiben, sodass in der Folge Handyrechnungen auch von der Bank bezahlt werden, wenn der Kunde schon im Minus ist."

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