Jahresrückblick 2003 der ÖAMTC-Flugrettung (2)

RascheVersorgung bei Schlaganfall

Bei den neurologischen Notfällen dominiert neben den cerebralen Krampfanfällen vor allem der Schlaganfall. Prim. Dr. Helmut Trimmel:
"Eine intensivierte akutmedizinische Versorgung wie auch die Verfügbarkeit von speziellen Behandlungszentren ("stroke units") sorgen gemeinsam mit dem Zeitgewinn durch den Einsatz des Notarzthubschraubers für optimierte Behandlungsergebnisse. Gerade der Schlaganfall verursacht durch den häufig hohen Grad an Invalidität großes Leid unter den Betroffenen, aber auch immense volkswirtschaftliche Kosten. Es ist daher gemeinsames Bemühen von Neurologen, Notfall- und Intensivmedizinern, das Wissen um die Symptomatik (wie z.B. plötzlich auftretende Sprachstörungen oder Lähmungserscheinungen) im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern, um das therapiefreie Intervall möglichst kurz zu halten. Damit können die Heilungsaussichten in vielen Fällen massiv verbessert werden."

680 Taubergungen

Mit 37 Prozent aller Alarmierungen führten Sport- und Freizeitunfälle die Jahresstatistik 2003 der Christophorus-Flotte an, über zwei Drittel davon waren im alpinen Bereich. Aufgrund des Jahrhundertsommers, der zu Bergwanderungen animierte, gab es allerdings eine Häufung bei Taubergungen.

Allein beim Ennstaler Notarzthubschrauber Christophorus 14 gab es im Vorjahr 148 Taubergungen, eine Steigerung von 45 Prozent gegenüber 2002. Auf den Plätzen folgten Christophorus 5 mit 101 Tauflügen und der Vorarlberger Hubschrauber mit 81 Seilbergungen.

Spitzenreiter in der Gesamteinsatzstatistik der Christophorus-Notarzthubschrauber sind der Wr. Neustädter Helikopter Christophorus 3 mit 17.043 Einsätzen, gefolgt vom Kremser Christophorus 2 mit 16.218 Rettungsflügen und der Tiroler Maschine Christophorus 1 mit 15.613 Anforderungen.

Notarztsystem hilft

Das Ergebnis der notfallmedizinischen Bemühungen direkt am Notfallort spiegelt sich im Übergabezustand der Patienten wieder. Prim. Dr. Helmut Trimmel: "Bei der Übergabe im Krankenhaus hat sich bei fast 69 Prozent der Zustand verbessert, bei etwa 25 Prozent konnte der Patient stabil gehalten werden und nur bei sechs Prozent aller Patienten konnte eine weitere Verschlechterung des Gesundheitszustandes nicht verhindert werden." Dieses Ergebnis zeigt sich auch in aktuellen Untersuchungen zur Effizienz notärztlicher Bemühungen. Diese können immer wieder zeigen, dass moderne Notfallmedizin nicht nur Leben rettet, sondern vor allem auch in der Lage ist, die Krankenhaus-Aufenthaltsdauer und Rehabilitationszeit zu verkürzen und somit aus volkswirtschaftlicher Sicht beträchtliche Kosten spart.

Partner ermöglichen Flugrettung

Flugrettung seriös 365 Tage im Jahr betrieben ist kein Geschäft, wenn man sich so wie der ÖAMTC an die Grundsätze des Sozialstaates hält und mit Ausnahme der Alpinunfälle alle Einsätze direkt mit der Sozialversicherung abrechnet. ÖAMTC-Flugrettungschef Kurt Noé-Nordberg: "Die Aufrechterhaltung des hohen qualitativen Standards der österreichischen Flugrettung, der jeden Vergleich mit anderen europäischen Luftrettungsorganisationen standhält, ist nur durch die enge Kooperation mit unseren Partnern Rotes Kreuz, Wiener Rettung, Bergrettung und Innenministerium sowie österreichweit mit über 200 hochqualifizierten Notärzten möglich." Außerdem könnte ohne Unterstützung der einzelnen Bundesländer, der beiden großen Versicherungen Generali und Uniqa sowie der 1,5 Millionen ÖAMTC-Mitglieder, die jährlich knapp einen Euro ihres Clubbeitrages der Flugrettung widmen, das soziale flächendeckende Flugrettungssystem des Christophorus Flugrettungsvereins nicht finanziert werden.

(Schluss)
ÖAMTC-Presse/Manfred Pfnier

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