Strasser: Erneut weniger Verkehrstote - 922 im abgelaufenen Jahr

Bisher niedrigstes Gesamtergebnis seit 52 Jahren

Wien (OTS) - Das Bundesministerium für Inneres gibt für das Jahr 2003 auf Grund der Berichte der Bundesgendarmerie und Bundespolizei über das vorläufige Unfallgeschehen mit tödlichem Ausgang auf dem österreichischen Bundesgebiet bekannt, dass es im abgelaufenen Jahr auf den öffentlichen Straßen Österreichs zu 840 tödlichen Unfällen mit 922 Verkehrstoten kam.

Dieses vorläufige Ergebnis bedeutet nicht nur einen neuerlichen Rückgang von 3,5 % oder 34 Getöteten gegenüber dem Vorjahr, sondern auch die bisher absolut niedrigste Zahl seit 52 Jahren (1951). Gegenüber 1972, dem bisher schwärzesten Jahr in der Unfallstatistik (2948 Tote) ist die Zahl um über zwei Drittel gesunken.

Für Innenminister Dr. Ernst Strasser muss das Bemühen aller Verantwortlichen für mehr Verkehrssicherheit fortgesetzt werden. "Wir sind am richtigen Weg", kommentiert der Innenminister die vorläufigen Unfallzahlen des Jahres 2003. Den "richtigen Weg" der punktgenauen Kontrollen, intensiven Aufklärung und entsprechenden Vorbeugung, will der Innenminister fortsetzen: "Punktgenaue Kontrollen von auffälligen und rücksichtslosen Lenkern durch eine personell und technisch gut gerüstete Exekutive, geeignete straßenbauliche und fahrzeugsicherheitstechnische Maßnahmen sowie eine intensive Aufklärung und Bewusstseinsbildung für ein verantwortungsvolles Miteinander im Straßenverkehr durch uns alle."

Strasser dankt allen verantwortungsbewussten Verkehrsteilnehmern und den Kolleginnen und Kollegen der Exekutive, für ihren konsequenten und persönlichen Einsatz im täglichen Kampf für mehr Sicherheit auf Österreichs Strassen und appelliert erneut an alle Verkehrsteilnehmer: "Nur gemeinsam können wir unser Ziel - die Zahl der Verkehrsopfer weiter zu senken - erreichen."

Nach Bundesländern aufgeschlüsselt ergibt sich folgendes Bild:
Burgenland 52 Verkehrstote (2002: 37), Kärnten 57 (83), Niederösterreich 275 (261), Oberösterreich 172 (176), Salzburg 59 (58), Steiermark 182 (163), Tirol 64 (100), Vorarlberg 17 (33) und Wien 44 (45) (siehe Anhang). Stärkere Zunahmen gab es dabei im Burgenland (hier ereignete sich auch der schwerste Unfall des Jahres; am 18. Juli auf der A 2 mit 6 Toten) und in der Steiermark (außergewöhnlich viele schwere Unfälle, fast ausnahmslos im Freiland - wo vorwiegend höheren Fahrgeschwindigkeiten gefahren werden - bei denen 2 oder mehrere Tote zu beklagen waren).Die Bundesländer Kärnten, Tirol und Vorarlberg erreichten das günstigste Ergebnis der letzten 35 Jahre.

Bei den tödlichen Verkehrsunfällen im Jahr 2003 verloren 523 PKW-Insassen, 39 Lkw-Insassen, 112 Motorrad-Fahrer, 1 Autobus-Insasse, 44 Moped-Fahrer, 58 Radfahrer, 123 Fußgänger und 22 Sonstige (Traktor-Lenker, Microcar, etc.) ihr Leben. Gegenüber dem Vorjahr ergeben sich hier Anstiege bei den Motorrad- und LKW-Fahrern, Rückgänge hingegen bei den Fußgängern und Radfahrern.
Ein starker Anstieg war heuer bei den getöteten Motorradfahrern zu verzeichnen. Insgesamt verunglückten 112 Lenker bzw. Mitfahrer tödlich, das sind um 22 oder 24,4 % mehr als im Vorjahr und so viel wie in den "schlechten" Jahren 1997 und 2000. Bei den Altersgruppen der getöteten Motorradfahrer lässt sich keine Altersgruppe als besonders gefährdet hervorheben. Es kann angenommen werden, dass sich das Einstiegsalter der unerfahrenen Fahranfänger auf alle Altergruppen verteilt. Der "Jahrhundert-Sommer" hat natürlich auch zu einem verstärkten Motorrad-Fahraufkommen (Urlaubs- und Ausflugsverkehr) beigetragen, die Zulassungszahlen steigen seit den 90-er Jahren ebenfalls sehr stark an.

Die Exekutive wird die klassischen Motorradstrecken weiterhin verstärkt im Auge behalten und auch im nächsten Jahr diesbezügliche Schwerpunktaktionen bei der Kontrolle setzen.

Kinderunfälle: 37 getötete Kinder bis 14 Jahre bedeuten die mit Abstand höchste Zahl seit Jahren, im Schnitt lag das Jahresergebnis der Vorjahre bei 26 Todesopfern. Zuletzt gab es im Jahr 1998 ein noch schlechteres Ergebnis (43). Unter den 37 getöteten Kindern verunglückten 21 als PKW-Mitfahrer, 7 als Fußgänger und 5 mit dem Fahrrad. Weitere 4 Kinder verunglückten als Mopedfahrer, Traktor-Mitfahrer, im Kinderwagen sowie mit einer Rodel. 15 % dieser Kinder im Pkw verunglückten ungesichert, d.h. sie waren weder angegurtet, noch hatten sie einen Kindersitz. Nur jeder 6. Kinderunfall passiert auf dem Weg von oder zur Schule (Schulwegunfall).

Als vermutliche Hauptunfallsursachen dieser tödlichen Verkehrsunfälle mussten nicht angepasste Fahrgeschwindigkeit (35,7 %), Vorrangverletzung (15,0 %), Überholen (9,9 %), Unachtsamkeit/Ablenkung (9,5 %), Fehlverhalten von Fußgängern (5,2 %) und Übermüdung (4,3 %) und festgestellt werden. Alkoholisierung war bei 7,1 % aller tödlichen Unfälle Mitursache. Gegenüber dem Vorjahr ergeben sich bei den Ursachen nur geringfügige Verschiebungen und auch im langfristigen Vergleich verändert sich die Reihenfolge kaum. Vorrangverletzungen, Überholen und Übermüdung sind etwas gestiegen, dagegen sind die Geschwindigkeit, Unachtsamkeit und v.a. Alkohol -nachdem der Anteil im Vorjahr 8,5 % erreicht hatte - wieder rückläufig.

Im Anhang finden Sie eine Aufstellung der Verkehrstoten in Österreich nach Bundesländern, Vergleich 2002 und 2003.

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Mag. Johannes Rauch
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