KV für Schifffahrt: Unternehmer gerne zu Gesprächen bereit Utl: Fachverband weist absurde Vorwürfe zurück - Länderübergreifender Austausch von Arbeitskräften hat in der Schifffahrt lange Tradition

Wien (PWK004) - Die Schifffahrtsunternehmer sind entgegen anderslautenden Behauptungen jederzeit zu konstruktiven Gesprächen über einen neuen Kollektivvertrag bereit. Auch sind die bei heimischen Frachtschifffahrtsunternehmen angestellten Mitarbeiter selbstverständlich legal beschäftigt. Sie werden angemessen entlohnt, Vorwürfe über ein angebliches "Sozialdumping" sind aus der Luft gegriffen. "Es sieht so aus, als wollten einige Gewerkschaftsfunktionäre die ruhige Zeit nützen, um sich nach Möglichkeit zu profilieren", weist der Geschäftsführer des Fachverbandes der Schifffahrtsunternehmungen in der Wirtschaftskammer Österreich, Alexander Piekniczek, die von Gewerkschaftsseite heute in einer Pressekonferenz erhobenen Anschuldigungen entschieden zurück.

Der stark auf die ehemalige DDSG ausgerichtete Kollektivvertrag war zum 31.12. 2001 mit Wirkung per Mitte 2002 gekündigt worden, da er nach dem Verkauf des traditionsreichen aber stark defizitären Staatsbetriebes - aus dem heute eine Vielzahl von florierenden Schifffahrtsunternehmen gewachsen ist - den wirtschaftlichen Bedingungen nicht mehr entsprochen hatte. Nicht zuletzt die anachronistischen und überaus großzügigen Zulagen für DDSG-Mitarbeiter, die das Herz eines jeden Gewerkschafters höher schlagen ließen, waren im freien Wettbewerb weder administrierbar noch finanzierbar, stellt Piekniczek die durchsichtigen Vorwürfe von Gewerkschaftsseite richtig.

Für die Gewerkschaft hatte der Niedergang der DDSG zur Folge, dass ihr Einfluss auf die Donauschiffahrt drastisch zurückgegangen ist.

Da der KV für die heimischen Schiffer eben keine wirtschaftlich leistbaren Rahmenbedingungen mehr bot, sind verschiedene Frachtschifffahrtsunternehmen in andere Donaustaaten ausgewichen. Die bei den ausländischen Gesellschaften angestellten Mitarbeiter unterliegen dabei dem jeweiligen nationalen Arbeitsrecht. Diese Bestimmungen sind, wie z.B. in Ungarn, durchaus auf europäischem Niveau.

Gerade in der Donauschifffahrt hat der länderübergreifende Austausch von Arbeitskräften eine lange Tradition. "Das hat nichts damit zu tun, dass man 'billige Sklaven' haben möchte - wie dies von Gewerkschaftsseite behauptet wird - sondern mit der schwierigen Arbeitsmarktsituation in diesem Bereich."

Die Reeder nehmen deshalb die Möglichkeit wahr, auf ein Arbeitskräfte-Reservoir im gesamten Donau-Einzugsgebiet zurückzugreifen, stellt Piekniczek fest. (hp)

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