"Kleine Zeitung" Kommentar: "Verkrustet" (von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 03.01.2003

Graz (OTS) - Die Zahlen entwickeln sich wie vorausgesagt. Nämlich schlecht.

Ende Dezember gab es 283.000 Arbeitslose; innerhalb eines Monats waren das um 45.000 mehr.

Ende Jänner, wenn in der Regel die Winterspitze erreicht ist, wird die Zahl der Arbeitslosen auf mehr als 300.000 angestiegen sein.

Im Wahlkampf hat die Regierung diese Marke noch als Horrorszenario zurückgewiesen. Inzwischen ist ein Überschreiten unausweichlich, obwohl versucht wurde, möglichst viele Personen in Schulungen zu schicken, weil sie dann in der offiziellen Arbeitslosenstatistik nicht aufscheinen.

Kurzfristig lässt sich die Zunahme der Arbeitslosigkeit nicht mehr stoppen. Selbst wenn der Finanzminister Milliarden zur Verfügung hätte, könnten Beschäftigungsprogramme nicht mehr so schnell auf die Beine gestellt werden. Ganz abgesehen von der Gefahr, dass Steuergelder verpuffen, wenn sie nicht zielgenau und zukunftsichernd eingesetzt werden.

Nur darauf zu warten, dass die Konjunktur endlich wieder anspringt, ist freilich auch zu wenig. Auf die neue Regierung wartet die dringende Aufgabe, die Erstarrung und Verkrustung des Arbeitsmarktes zu lockern. ****

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