Tumpel: 283.000 Menschen bezahlen für die jahrelange Untätigkeit der Regierung mit Arbeitslosigkeit

AK Präsident fordert neue Wirtschaftspolitik, mehr Geld für Aus- und Weiterbildung und weniger Bewilligungen für Saisonarbeiter

Wien (AK) - "320.000 Menschen suchen in Österreich Arbeit und die einzige Argumente, die dem zuständigen Wirtschaftsministerium dazu einfallen sind die Kälte in Ostösterreich und die schlechten Konjunkturprognosen", sagt AK Präsident Herbert Tumpel zu den heute vorgestellten Arbeitslosenzahlen für den Dezember 2002, "tatsächlich sind diese dramatischen Zahlen das Ergebnis einer zweieinhalbjährigen falschen Wirtschafts- und Arbeitmarktpolitik." Die Zahl der Arbeitslosen ist mit 282.691 gegenüber dem Jahr 2000 um mehr als 30 Prozent gestiegen. 36.000 Menschen sind in Schulungen und suchen natürlich auch dringend Arbeit. Besonders dramatisch ist die Situation bei den Jungen. Bei den 19-24 Jährigen ist die Arbeitslosigkeit in zwei Jahren um mehr als 43 Prozent gestiegen. Die Älteren zahlen für die so genannte Pensionsreform mit steigender Arbeitslosigkeit. Die Langzeitarbeitslosigkeit ist gegenüber dem Vorjahr um fast 13 Prozent gestiegen. Im Fremdenverkehr steigt die Arbeitslosigkeit trotz Hochsaison. "Das auf den angeblichen Schneemangel zurückzuführen ist absurd", sagt Tumpel, "der wirkliche Grund ist, dass im Tourismus besonders viele ausländische Saisonarbeiter eingesetzt werden und die Regierung sich weigert, diese Zahl von Billigarbeitskräften zu senken." Zusätzlich sinkt seit Monaten in Österreich die aktive Beschäftigung. "Das sind Fakten, die die Regierung nicht schönreden kann", sagt der AK Präsident. Er fordert von der nächsten Regierung eine Wirtschaftspolitik, die den Arbeitsmarkt ankurbelt, mehr Investitionen in die Bildung und eine Arbeitsmarktpolitik, die den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern wieder mehr Chancen gibt. "Der Kampf gegen die steigende Arbeitslosigkeit und für mehr Beschäftigung muss für jede Regierung absoluten Vorrang haben", sagt Tumpel. ****

Die negative Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt hat in Österreich bereits im Jahr 2000 begonnen. "Die Regierung hat alle Warnungen in den Wind geschlagen es versäumt die innerösterreichischen Möglichkeiten auszunützen und gegenzusteuern", kritisiert Tumpel, "es wurde viel zu lange versucht, die Tatsachen schön zu reden." Der Wirtschaftsminister hat von einer Rekordbeschäftigung geredet, als die Zahl der aktiv Beschäftigten, also die Kindergeldbeziehrinnen nicht mitgerechnet, bereits seit Monaten zurückging. Die Zahl ausländischer Saisonarbeiter wurde ständig erhöht. Die Folge dieser Politik: Die Situation auf dem Arbeitsmarkt wird immer dramatischer. Die nächste Regierung muss daher die Arbeitnehmer entlasten, damit sie wieder mehr Geld zum Ausgeben haben. Es muss mehr in die Aus- und Weiterbildung investiert werden. Mehr als zwei Drittel des gesamten Anstiegs der Arbeitslosigkeit entfallen auf Personen, die über einen Lehrabschuss, nur einen Pflichtschulabschluss oder gar keine abgeschlossene Schulausbildung verfügen. Darüber hinaus verlangt Tumpel, dass die Zahl der Saisoniers deutlich gesenkt wird.

Rückfragen & Kontakt:

AK Wien Kommunikation
Christian Spitaler
Tel.: 01 / 50 165 - 2152
christian.spitaler@akwien.or.at
http://www.akwien.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW0001