Hauptverband klagt e-card Konsortium EDS/ORGA

Wien (OTS) - Wegen der verzögerten Einführung des elektronischen Krankenscheinersatzes "e-card" wird der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger gegenüber der Arbeitsgemeinschaft EDS/ORGA jetzt den Klagsweg beschreiten. Der Grund dafür ist der vom Auftragnehmer EDS/ORGA zu verantwortende Lieferverzug.

Josef Kandlhofer, Sprecher der Geschäftsführung: "Kann EDS/ORGA den vertraglich vereinbarten Lieferumfang im Gesamtauftragswert von rund 90 Millionen Euro nicht erfüllen, dann wird eine Konventionalstrafe im zweistelligen Millionenbereich fällig."

Ursprünglich hätten bereits im Frühjahr dieses Jahres umfangreiche Systemtests unter Einbindung einer Musterpraxis im Burgenland gestartet werden sollen, im Anschluss daran - ebenfalls im Burgenland - ein umfassender Probebetrieb in 22 ausgewählten Ordinationen beginnen sollen. Nachdem diese Termine bereits mehrmals verschoben werden mussten, wurde zuletzt von der Arbeitsgemeinschaft EDS/ORGA ein Probebetrieb im Burgenland nicht vor April 2004 in Aussicht gestellt.

Unabhängig von den offensichtlichen Problemen mit dem Auftragnehmer EDS/ORGA will Kandlhofer am Ziel festhalten, alle 8 Millionen Österreicher bis spätestens Ende 2004 mit dem elektronischen Krankenscheinersatz e-card auszustatten.

Kandlhofer: "Der Hauptverband setzt mit der Einführung der e-card als elektronischen Krankenschein einen richtungsweisenden Schritt zur Vereinfachung und Verbesserung der medizinischen Betreuung. Wenn die Firmen den Vertrag nicht erfüllen, wird der Hauptverband geeignete Ersatzmaßnahmen einleiten. Möglich ist hierbei die Einbindung anderer Firmen, die die Leistungserbringung übernehmen."

Zu den Gerüchten, dass der Konsortialpartner EDS auf Weisung der Konzernzentrale in Texas den Rückzug aus dem Projekt angedroht habe, meinte Kandlhofer: "Von EDS wurden Nachverhandlungen zum bestehenden Vertrag verlangt, weil das Projekt durch die Verzögerungen kommerziell uninteressant geworden ist. Bei allem Verständnis kann das nicht auf dem Rücken der österreichischen Versicherten ausgetragen werden. Das werden wir nicht zulassen."

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