OGM-Umfrage 3: Weiterhin keine Einigung bei Kassenverhandlungen

Krankenkasse beharrt auf Deckelungen - Dorner: Werden dem niemals zustimmen

Wien (OTS) - Am Rande der Präsentation der OGM-Umfrage informierte Ärztekammerchef Walter Dorner auch über den derzeitigen Stand der Kassenverhandlungen in Wien. Hier sei nach wie vor keine Einigung in Sicht.

Die Gebietskrankenkasse bleibe bei ihrer Forderung von "Deckelungen", die den Ärzten ein gewisses Kontingent an Patienten und Leistungen vorschreiben würde , berichtet Dorner. Patienten, die über diese Limits fallen, würden dann entweder abgewiesen werden, oder der Arzt erbringe die Leistung völlig gratis und kostenlos. "Wir müssen diese Art der Leistungsminimierung ablehnen, da wir sonst direkt in englische Verhältnisse gleiten würden, wo nur mehr der Sparstift sowie die einzelnen finanziellen Verhältnisse der Patienten über die jeweilige Behandlung entscheiden", sagte der Ärztechef.

Sollten tatsächlich die von Hauptverband und Regierung aufgezwungenen generellen Deckelungen eingeführt werden, hieße das, daß Behandlungen von Personen auf Krankenschein nur mehr bis zu einer gewissen Anzahl von Patienten verrechnet werden, "und dann ist Schluß". Alles, was darüber fällt, müßten die Patienten privat zahlen. Nicht einmal mehr das Honorar für den Krankenschein werde dann mehr abgegolten, kritisierte Dorner.

Die Ärztekammer werde eine Deckelung der Honorare niemals akzeptieren. Investitionen in den Arztpraxen würden dann nämlich nicht mehr im jetzigen Ausmaß getätigt werden. Dorner: "Besser ausgestattete Praxen bedingen auch einen größeren Patientenzustrom, der aufgrund der Deckelungsregelungen nicht mehr entlohnt werden würde. Mittelfristig würden auch keine neuen Leistungen in den Ordinationen mehr angeboten, da die Krankenkasse diese nicht mehr bezahlen kann."

Noch werde intensiv weiterverhandelt, um einen vertragslosen Zustand in Wien zu verhindern, aber eigentlich, so Dorner "ist es eine Schande, daß in der ,Gesundheitsmusterstadt' Wien mit einer solch großen Anzahl beispielloser Vorsorge- und Betreuungsinitiativen über die Vergütung von Krankenscheinen gestritten werden muß". (bb/hpp)

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