"Neue Kärntner Tageszeitung" Kommentar: Symbol in der Brieftasche

Ausgabe vom 03.01.2002

Der Euro hat seine Feuerprobe bestanden. Selbst einige Ärgernisse wie Bankomatenausfälle können die grundsätzlich positive Stimmung, mit der der neuen Währung begegnet wird, nicht trüben. Ein bisschen Jammern über die Münzflut gehört dazu. Das kann nicht über das große Interesse der Österreicher an der Neuheit und die Selbstverständlichkeit, mit der sich viele ihr stellen, hinwegtäuschen.

Der Hauptgrund, warum sich der Euro-Einzug relativ reibungslos vollzieht, liegt sicher in einer guten Vorbereitung. Die pragmatische Haltung der Österreicher gegenüber der Währung hat ihre Ursache sicher auch darin, dass die Politiker in den letzten Monaten sachlich mit dem Euro umgegangen ist.

Eine gemeinsame Währung ist ein entscheidender, anschaulicher Schritt auf dem Weg zur europäischen Einigung. Jeder Euroland-Bewohner trägt ein Symbol dieser Grenzüberschreitung in seiner Brieftasche herum. Ein Symbol, das man anfassen kann, das zum Alltag gehört. Währungen sind identitätsstiftend, verkörpern sie doch für viele Menschen existenzielle Sicherheit. Dieser Effekt lässt sich positiv für eine europäische Identität nutzen.

Ähnlich pragmatisch wie beim Euro sollte sich künftig der Umgang mit der EU-Erweiterung gestalten. Das Schüren von Ängsten und irrationales Desavouieren eines so wichtigen Prozesses bringen niemandem weiter. Am wenigsten Österreich, das seine historischen und geographischen Chancen künftig in einer Vermittlerrolle bedeutend besser nützen könnte.

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