DER STANDARD-Bericht: "Erfreulich positive Bundestheater-Bilanz - Budgetprobleme aber bereits in Sicht"

Erscheinungstag 3.1.2002

Wien (ots) - Ende Jänner sollen die Geschäftsberichte der Bundestheater über die Saison 2000/2001 von den Aufsichtsräten abgesegnet werden; am Monatsvorletzten schließlich wird die Holding die konsolidierte Bilanz präsentieren. Derzeit arbeitet man noch fieberhaft an den Zahlenwerken; exakte, von den Wirtschaftsprüfern bestätigte Daten sind daher nicht verfügbar. Aber man kennt bereits die Ergebnisse im Groben - und diese sorgen trotz des eingefrorenen Gesamtetats (seit 1995) für eine gelöste Stimmung.

Denn alle "Töchter" (Staatsoper, Volksoper, Burgtheater und Service-GmbH) konnten nicht nur - wie im ersten Jahr nach der Ausgliederung - positive Ergebnisse erzielen, sondern auch die gesteckten Ziele übertreffen. Die Gewinne bewegen sich im einstelligen Millionen-Schilling-Bereich, die Staatsoper liegt sogar darüber: Die Verdi-Wochen Anfang 2001 sorgten für unerwartete Einnahmensteigerungen, auch das Japan- Gastspiel wirkte sich äußerst positiv auf die Bilanz aus.

Die Volksoper musste zwar einen leichten Besucherrückgang (von rund 302.500 auf 296.800) hinnehmen: Noch schlechter als in der Staatsoper wird am Währinger Gürtel die Oper des 20. Jahrhunderts angenommen; Die Vögel beispielsweise waren nur zu knapp 40 Prozent ausgelastet. Andererseits laufen einige Produktionen wie die geglückte Traviata (Auslastung: 95 Prozent) ausgezeichnet. Und nicht nur der Abonnentenrückgang konnte gestoppt werden: In der laufenden Saison liegt die Auslastung sensationell hoch zwischen 82 und 85 Prozent. Im Burgtheater blieb die Sitzplatzauslastung mit 82 Prozent nahezu "stabil": Das Akademietheater war zu 87 Prozent besucht, das Haupthaus zu gut 80 Prozent.

Obwohl die Volksoper wie auch das Burgtheater die Aufträge an den Zulieferbetrieb Art for Arts zurückfuhren, konnte die Service-GmbH das Gesamtergebnis um rund 1,9 Millionen Euro (26 Mio. S) gegenüber den Prognosen übertreffen: Das Volumen der abgewickelten Fremdaufträge wuchs um gut 75 Prozent. Positiv wirkte sich zudem eine neuerliche Personaleinsparung (in der Saison 2000/2001 um rund sieben Prozent) aus.

Substanz bedroht

Einig sind sich die Geschäftsführer aber, dass diese erfreulichen Ergebnisse nicht zu wiederholen sein werden, da das Potenzial der Einsparungsmöglichkeiten bereits voll ausgeschöpft wurde. Das Burgtheater musste bereits trotz deutlicher Reduktion der Personal-und Sachkosten zwei Inszenierungen streichen, um 2003 ausgeglichen bilanzieren zu können.

Holding-Chef Georg Springer verwies daher auch gegenüber dem Bundeskanzler auf den bleibenden Einsparungseffekt von 10,6 Millionen Euro jährlich durch die Ausgliederung der Bundestheater 1999 - und erhielt bereits positive Signale: Wolfgang Schüssel versicherte, sich bei den nächsten Budgetverhandlungen für eine Erhöhung der Basisabgeltung von derzeit 133,65 Millionen Euro einsetzen zu wollen. Springers Wunsch: eine Anhebung der Subvention um 5,5 Prozent (7,27 Millionen Euro).

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