Fabrik der Zukunft: Dämmstoffe aus Stroh für den Bau

Wien (OTS) - Im Rahmen des Forschungsförderungsprogramms "Fabrik der Zukunft" des Infrastrukturministeriums (BMVIT) soll durch ein Pilotprojekt der Einsatz von Stroh als Dämmstoff untersucht werden.

Bei dem Projekt geht es in erster Linie um die Entwicklung eines ressourcensparenden und umweltfreundlichen Verfahrens zur Herstellung des Dämmstoffes. Der Rohstoff selbst ist als nachwachsender Reststoff der landwirtschaftlichen Produktion österreichweit ausreichend verfügbar. Mit dem Aufbau regionaler Produktions-Netzwerke soll unter anderem die bereits bestehende landwirtschaftliche Infrastruktur genutzt werden.

In das Produktions-Netzwerk sollen neben den Landwirten auch Baustoffhändler und Bauherren einer Region eingebunden werden. Dabei wird den Bauern die Herstellung des Grundproduktes in die Hände gelegt während der professionelle Einbau von den Baumeistern vorgenommen wird.

Der Dämmstoff aus Stroh soll für den Einsatz in traditionellen Baulösungen entwickelt werden. Im Vordergrund steht dabei die Herstellung von Bauteilen, die reproduzierbar und für die Vorfertigung geeignet sind. Dabei kommen vor allem Dämmungen von Dächern, Wänden oder Decken in Frage, wie es bereits in zwei konkreten Bauprojekten verwirklicht wurde. Auch bei Gebäuden, die in der Holz-Leichtbau-Konstruktion gebaut wurden konnte der Dämmstoff bereits eingesetzt werden.

Der besondere Vorteil von Stroh als Dämmstoff ist, dass kaum Zusatzstoffe notwendig sind, um Schädlingsbefall zu vermeiden. Pilzen und Bakterien wurde durch den Entzug von Feuchtigkeit aus dem Stroh die Basis für einen Befall genommen. Andere Schädlinge wie Termiten, die Stroh verdauen könnten, sind in Österreich nicht heimisch. Daher kann die Verarbeitung weitestgehend abfall- und emissionsfrei erfolgen.

Das Forschungsförderungsprogramm "Fabrik der Zukunft" wird im Rahmen des Impulsprogramms "Nachhaltig Wirtschaften" des Infrastrukturministeriums (BMVIT) durchgeführt. Für die erfolgreiche Abwicklung des Programms ist der Forschungsförderungsfonds für die gewerbliche Wirtschaft (FFF) zuständig.

In der ersten Antragsrunde des Programms wurden 20 Projekte ausgewählt. Die zweite Ausschreibungsrunde startet im kommenden März, Ende des Jahres 2002 soll ein dritter Aufruf für Projekteinreichungen veröffentlicht werden. Heuer und nächstes Jahr stehen jeweils rund 35 Mill. S (2,54 Mill. Euro) für Forschungsprojekte zu den Themenbereichen "Technologien und Innovationen bei Produktionsprozessen", "Nutzung nachwachsender Rohstoffe" und "Produkte und Dienstleistungen" zur Verfügung.

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