WKÖ-Präsident Leitl fordert Maßnahmen gegen Facharbeitermangel in Österreich

Wirtschaftsorientierte Fachhochschulen und höhere technische Schulausbildungen als primäre Anliegen

Wien (PWK004) - "Budgetprobleme dürfen den wichtigen
Standortfaktor exzellente Berufsbildung nicht gefährden", stellt WKÖ-Präsident Christoph Leitl angesichts des drohenden Mangels an qualifizierten Fachkräften fest. Bei den Fachhochschulen müssen auch weiterhin wirtschaftsnahe und arbeitsmarktrelevante Studienrichtungen dominieren. "Die Wirtschaft erwartet, dass schwerpunktmäßig in diesen Bereich investiert wird. Durch die Orientierung am Bedarf der Wirtschaft haben wir in kürzester Frist ein effizientes, praxisnahe ausbildendes Hochschulsystem entwickelt, dass seinen Absolventen beste Beschäftigungschancen bietet und der Wirtschaft die von ihr nachgefragten Fachkräfte", so Leitl.

Bei den Höheren Technischen Schulen (HTLs) sieht die Wirtschaft das Problem der ausreichenden Versorgung mit hoch qualifizierten Lehrkräften. Diese Schulen zeichnen sich dadurch aus, dass Praktiker unterrichten, die aus der Wirtschaft kommen und vielfach auch nach dem Schuleintritt weiterhin in der Wirtschaft nebenberuflich tätig sind. Damit sind die HTLs ein "Ausstellungsstück" des österreichischen Bildungssystems. "Die derzeitigen Maßnahmen im Bereich der Lehrerbesoldung gefährden dieses Modell jedoch, da auf die besondere Situation dieser Lehrkräfte nicht Rücksicht genommen wird. Die Anrechnung von Vordienstzeiten und Schaffung von finanziellen Anreizen, damit diese Experten in den Schulen bleiben, fehlt. Bei den neuen Informationstechnologien, wo enorme Gehaltsunterschiede zwischen Schule und Wirtschaft bestehen, zeigt sich dieses Problem ", argumentiert Leitl.

Die Situation ist nicht durch einfache Maßnahmen lösbar. Es sollte aber allen Verantwortlichen klar sein, dass es verschiedene Arten von Lehrern in Österreich gibt und daher auch verschiedene Entlohnungsformen bestehen müssen. Während es auf der einen Seite arbeitslose Junglehrer gibt, herrscht in den technischen Sparten extre-mer Lehrermangel. "Daher müssen die technischen Schulen durch ein hohes Maß an Autonomie die Möglichkeit erhalten, durch die Beschäftigung nebenberuflicher Lehrkräfte oder durch Blockveranstaltungen initiativ und schöpferisch auf die Probleme zu reagieren", fordert der Wirtschaftskammerpräsident, "das aber ist derzeit durch bürokratische Hemmnisse nicht möglich."

Leitl: "Österreich hat mit seinen Fachhochschulen und HTLs zwei typische 'best practices' in Europa aufzuweisen. Wir müssen im kommenden Jahr alles daran setzen, dass sich diese Aushängeschilder weiterentwickeln können. Die Wirtschaft ist dazu, wie ihr Engagement für die FHS, aber z.B. auch die Unterstützung von Betriebspraktika für Schüler und Lehrer der technischen Schulen beweisen, bereit und im Stande. Es ist nun Sache der staatlichen Bildungspolitik, hier die richtigen Signale zu setzen." (pt)

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