"Kleine Zeitung" Kommentar: "Solidarität" (von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 3.1.2001

Graz (OTS) - Wer nicht nachschaut, wird auch nichts finden.
Deshalb konnten unsere Agrarpolitiker bisher behaupten, Österreich sei BSE-frei. Seit gestern ist diese Feststellung nur noch eine Hoffnung. Auch bei uns sind die von der EU angeordneten Flächen deckenden Tests angelaufen.

Nun werden Zweifel laut, ob wir wirklich vom Rinderwahn verschont wurden. Die BSE-Fälle im benachbarten Bayern haben den Verdacht genährt, dass es in Österreich eben falls verseuchte Rinder geben könnte. Wie strikt wurde das Verbot der Verfütterung von Tiermehl an Wiederkäuer kontrolliert? Und wer legt die Hand ins Feuer, dass die importierten Kühe gesund waren?

Die Bedrohung der Gesundheit der Verbraucher und der Existenz der Rinderzüchter erfordert ein entschlossenes Handeln der Behörden und aller Teilnehmer der Nahrungsmittelkette vom Bauernhof bis zum Fleischer.

Doch was geschieht? Viele Schlachthöfe weigern sich, Rinder über 30 Monate anzunehmen.

Der Streit, wer die Kosten der BSE-Tests zahlen soll, ist eine Ausrede. Die Verarbeiter wälzen das Risiko, dass ein Test positiv ausfällt, brutal auf die Produzenten weiter. Solidarität gibt es in diesen Kreisen offenbar nur, wenn man Subventionen fordert. ****

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Redaktionssekretariat
Tel.: 0316/875-4032, 4033, 4035
email: redaktion@kleinezeitung.at
www.kleinezeitung.atKleine Zeitung

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PKZ/OTS