Finanzpolitik 2001: Hohe Steuerbelastungen für Wirtschaft

Einschränkungen bei Steuerminderungen, Erhöhung von Steuersätzen und Erleichterungen für Kapitalmarkt

Wien (PWK002) - Mit 47 Prozent erzielt Österreich im heurigen Jahr die bisher höchste Steuer- und Abgabenquote gemessen am BIP. Von diesen steuerlichen Maßnahmen, die allesamt der Budgetsanierung dienen, ist auch die Wirtschaft in großem Ausmaß betroffen. So kommt es zu Reduktionen im Bereich der Steuerminderung (u.a. Investitionsfreibetrag, Rückstellungen, Verlustvorträge) sowie zu Erhöhungen diverser Sätze (u.a. Schenkungssteuer bei Stiftungen, Steuervorauszahlungen). Erleichterungen sind durch das Kapitalmarktoffensivegesetz zu erwarten.

Mit dem Investitionsfreibetrag fällt die letzte Investitionsbegünstigung. So konnten bisher sechs Prozent der Investitionssumme bei Anschaffung eines LKW und neun Prozent beim Erwerb sonstigen Anlagevermögens gewinn- und damit steuermindernd geltend gemacht werden.
Weitere Einschnitte im Bereich der Gewinnminderung stellen die Einschränkungen bei den steuerlichen Rückstellungen dar. Wurden sie bis Jahresende 2000 in voller Höhe als steuerwirksam abgesetzt, so erfolgt seit 1.Jänner 2001 nur noch eine Anerkennung von 80 Prozent.

Auch beim Verlustvortrag kommt es zu Änderungen. Reduzierten bisher die Verluste aus früheren Geschäftsjahren den laufenden Jahresgewinn in vollem Ausmaß, so dürfen seit diesem Jahr nur mehr 75 Prozent des Jahresgewinns durch Vorjahresverluste gegengerechnet werden.

Auch die Verlängerung der Abschreibedauer von Betriebsgebäuden auf 33 1/3 Jahre oder drei Prozent Afa (Abschreibung für Abnützung) pro Jahr stellt eine Einschränkung bei der Steuerminderung dar.

Zu direkten Erhöhungen kommt es 2001 bei den Steuervorauszahlungen. Sie werden gestaffelt nach der Höhe der jährlichen Vorauszahlungssumme um fünf, zehn bzw. 20 Prozent erhöht. Im Gegenzug werden Steuernachzahlungen mit zwei Prozentpunkten über dem Basiszinssatz (das sind derzeit 6,25%) verzinst.

Bei den Stiftungen wird der Schenkungssteuersatz für Zuwendungen auf fünf Prozent von derzeit 2,5% angehoben. Zinseinkünfte und Veräußerungen von Beteiligungen sollen vorab mit 12,5% besteuert werden.

Schließlich wird auch die Kfz-Steuer für LKWs bis zum Inkrafttreten einer leistungsabhängigen Maut angehoben.

Als Erleichterung aus Sicht der Wirtschaft wird vor allem die vernünftige Lösung bei der Getränkesteuer gesehen. Die Senkung der 14 Prozent Umsatzsteuer für Speisen und Getränke auf 10 Prozent bringt dem Tourismus eine Entlastung von rund 1,6 Milliarden Schilling.

Zur Belebung des heimischen Kapitalmarktes sollen der Wegfall der Börseumsatzsteuer, die Verdopplung des Steuerfreibetrages auf 20.000 Schilling beim Mitarbeiterbeteiligungsmodell der Stock Options und die Begünstigungen beim Vererben von Aktien beitragen.

Die finanzpolitischen Änderungen sind im Detail auf der Internetseite der Wirtschaftskammern Österreichs unter http://wko.at nachzulesen. (AB)

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