Zilk: SPÖ-Minderheitsregierung denkbar.

Vorausmeldung NEWS 1 v. 4.1.2000

Wien (OTS) - Der Wiener Alt-Bürgermeister und Klestil-Berater spricht sich im News-Interview für ein Ende der Verhandlungen Mitte Jänner aus: "Besser ein Ende mit Schrecken..."

Zilk glaubt nicht, daß Klestil Schwarz-Blau akzeptieren würde.

FP-Chef Haider dagegen im News-Interview: Klestil kann es sich nicht leisten, Schwarz-Blau zu verhindern. Und: "Window of opportunity" für Schüssel.

In einem Interview mit der morgen erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins News spricht sich Wiens Alt-Bürgermeister Helmut Zilk für ein Ende der Regierungsverhandlungen Mitte Jänner, also spätestens nächste Woche, aus. Zilk, wörtlich: "Die Leute fühlen sich ja gepflanzt. Besser ein Ende mit Schrecken."

Zilk, der ja als einer der wichtigsten Berater von Bundespräsident Thomas Klestil gilt, versteht unter son einem "Ende mit Schrecken" allerdings kein Akzeptieren einer ÖVP/FPÖ-Regierung. Zilk: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Präsident Klestil das macht. Wenn Haiders Ruf im Ausland auch gar nicht gerechtfertigt sein mag - er hat ja tatsächlich nie was Antisemitisches gesagt -, muss ich mit Verstand sagen: Wir brauchen das Vertrauen Europas und der Welt."

Zilk könnte sich vielmehr "denken, dass Präsident Klestil noch eine Woche sondiert, sich mit wichtigen Leuten dieser Republik berät und dann Klima mit einer anderen Regierung betraut. Warum nicht mit einer Minderheitsregierung?" Am liebsten wäre ihm, Zilk, freilich eine Fortsetzung der Koalition SPÖ/ÖVP. Dies sei aber nur möglich, "wenn Zilk die Demutsgeste des Verlierers ablegt und Schüssel die Arroganz des Siegers, der er gar nicht ist." Schüssels Ambition, Kanzler zu werden, sei zwar legitim, allerdings: "Er muß aber die Intelligenz haben, zu sehen, dass er auch in einer Koalition mit Haider ganz leicht unten sein kann."

FP-Chef Jörg Haider geht dem gegenüber, ebenfalls in einem News-Interview, davon aus, daß Bundespräsident Klestil es nicht leisten könne, Schwarz-Blau zu verhindern. Haider, wörtlich: "Wenn Klestil sich selber ernst nimmt, wird er alle Möglichkeiten ausschöpfen, eine Regierung auf breiter Basis zu bilden. Er kann es sich doch gar nicht leisten, gegen eine 104-Mandate-Mehrheit eine Minderheitsregierung zu bilden." Schüssel möge, "die Chance ergreifen: "Ich bleibe in Kärnten. Für Schüssel gibt es jetzt das "Window of opportunity". Mit Schüssel und Haider würden sich zwei treffen, die gelernt haben, Entscheidungen zu treffen."

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