Inventarheft zur Handschriftensammlung "Eisenbuch" im Archiv

Wien, (OTS) Zu den Schätzen des Wiener Stadt- und Landesarchivs zählt das "Eisenbuch", eine bedeutende Sammlung von Rechtshandschriften, die bis ins Mittelalter zurückreicht. Insgesamt enthält das "Eisenbuch" 445 Rechtstexte aus den Jahren von 1208 bis 1819. Die inhaltliche Bandbreite reicht von Modalitäten des Weinausschanks für Klöster und Stifte bis zu chronikalen Eintragungen wie anlässlich der Grundsteinlegung des Nordturms von St. Stephan. Der Direktor des Wiener Stadt- und Landesarchivs, Univ. Doz. Dr. Ferdinand Opll hat nun ein Inventarheft herausgegeben, das die Inhalte dieser
Schriftensammlung erschließt: "Das große Wiener Stadtbuch, genannt Eisenbuch. Inhaltliche Erschließung" (Veröffentlichungen des Wiener Stadt- und Landesarchivs, Reihe A: Archivinventar, Serie 3, Heft 4, Wien 1999). Der Band ist zum Preis von 130 Schilling im Stadt- und Landesarchiv erhältlich.****

356 Blätter umfassender Codex

Bei der Handschrift handelt es sich um einen 356 Blätter umfassenden Codex (Länge 44,5, Breite 32, Dicke 14 cm) mit
barockem Einband aus Leder, geschützt durch schön ausgeführte metallene Beschläge und geziert mit sehr starken Buckeln aus Messing. Sie enthält - in Gruppen von jeweils ein- und derselben Hand, im Laufe der Jahrhunderte somit von vielen verschiedenen Schreiberhänden eingetragene - Rechtstexte vom Jahr 1208 bis zum Jahr 1819, ist damit nicht zuletzt auch ein besonders eindrucksvolles Beispiel der Schriftentwicklung in Wien über viele Jahrhunderte hinweg. Die Anlage des "Eisenbuchs" (der Name lässt sich 1494 zum ersten Mal belegen) erfolgte nach jüngsten Forschungen bald nach 1320. Von den insgesamt 445 eingetragenen Rechtstexten höchst unterschiedlichen Inhalts stammt mehr als die Hälfte (55,5 Prozent) aus der mittelalterlichen Epoche, etwas weniger als 10 Prozent der Texte entstammen dem 16. mehr als ein Viertel (25,4 Prozent) dem 17. und 6,5 Prozent dem 18.
Jahrhundert. Das 19. Jahrhundert ist nur mit zwei vereinzelten Eintragungen vertreten. 14 Stücke (der mittelalterlichen Epoche) weisen keine Datierung auf, werden in der Publikation daher gesondert behandelt. Das neu erschienene Inventarheft bietet zu allen Eintragungen kurz gefasste Inhaltsangaben, so genannte Regesten, und erschließt den reichen Inhalt dieser zentralen
Wiener Rechtshandschrift außerdem durch ein ausführlich gehaltenes Register. Die inhaltliche Bandbreite reicht von der Hausordnung
des Siechenhauses am Klagbaum (ehemals im Bereich von Wien 4, Klagbaumgasse) aus dem Jahr 1266 über eine Reihe von Weinausschankprivilegien für diverse Wiener Klöster und Stifte aus dem 15. und 16. Jahrhundert, eine ausführliche chronikalische Eintragung anlässlich der Grundsteinlegung des Nordturms von St. Stephan am 13. August 1450 bis hin zu den am 18. Dezember 1710 abgeschlossenen Vertrag zwischen dem Wiener Bischof und der Stadt Wien einerseits und dem Gießermeister Johann Achamer andererseits über den Guss und die Anfertigung einer großen Glocke für St. Stephan, der ersten "Pummerin". (Schluss) gab/bs

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