Konjunktur im Gewerbe und Handwerk tritt auf der Stelle

Auftragsrückgänge im IV.Quartal - Konsumnahe Branchen erholen sich langsam - Beschäftigung bleibt stabil

Wien (Pwk) - "Der erhoffte Konjunkturaufschwung im Gewerbe und Handwerk ist bisher ausgeblieben", stellt Hans Leitner, Syndikus der Bundessektion Gewerbe und Handwerk, in einer Aussendung der Wirtschaftskammer Österreich fest. Leichten Verbesserungen im konsumnahen Bereich standen im IV. Quartal 1998 Rückschläge bei den investitionsgüternahen Branchen, insbesondere im Bau- und baunahen Gewerbe gegenüber. Einziger Lichtblick: Trotz schlechter Konjunktur werden die Unternehmen den Beschäftigtenstand insgesamt halten. ****

Der durchschnittliche Auftragsbestand ist in den investitionsgüternahen Branchen im Vergleich zum Vorjahr um 3 % gefallen. Auch die Auftragseingangserwartungen für das I. Quartal 1999 haben sich verschlechtert und können nicht mehr ausschließlich auf die Witterung zurückgeführt werden. Dennoch ist die Situation in den verschiedenen Sektoren deutlich unterschiedlich.

Im Baugewerbe ist es zum zweiten Mal nach 1996 zu einem Einbruch gekommen, die Auftragsbestände sind um 15 % auf knapp unter 13 Wochen gefallen. Diese Entwicklung wurde begleitet von schwächeren Rückgängen im baunahen Gewerbe und Handwerk und im Holzsektor. In allen genannten Bereichen haben sich auch die Auftragseingangserwartungen für das I. Quartal des Folgejahres im Vergleich zu den Vorjahren deutlich verschlechtert. Obwohl der Anteil der öffentlichen Hand an den Aufträgen leicht gestiegen ist, überwiegt die Zahl der Betriebe mit rückläufigen Auftragseingängen. Die Unternehmen im Bau- und den baunahen Gewerben werden daher den Beschäftigtenstand stärker als in den Vorjahren an die schwächere Auftragslage anpassen.

Etwas besser ist die Situation in den anderen investitonsgüternahen Branchen. In den Sektoren Metall/Elektro, Chemie/Kunststoff, Druck/Papier und Wirtschaftsdienstleistungen übertraf der durchschnittliche Auftragsbestand 1998 den Vorjahreswert, und auch die Auftragseingangserwartungen für das I. Quartal 1999 sind, mit Ausnahme des Sektors Wirtschaftsdienstleistungen, optimistischer als noch vor einem Jahr. Die zurückhaltenderen, aber immer noch positiven Auftragseingangserwartungen für das Folgequartal im Sektor Wirtschaftsdienstleistungen sind eine Folge der etwas abgeschwächten Exportkonjunktur.

Im konsumnahen Bereich haben sich die Erwartungen der Betriebe auf eine Fortsetzung der Konjunkturerholung im IV. Quartal 1998 bestätigt. Sowohl die Entwicklung im IV. Quartal als auch die Erwartungen für das I. Quartal 1999 sind deutlich besser als die Werte in den drei vorangegangen Jahren, aber es besteht auch in diesen Branchen ein großer Spielraum für weitere Verbesserungen. Die deutlichsten Verbesserungen gab es in den Sektoren persönliche Dienstleistungen, Metall/Elektro (Kfz-Techniker und Mechatroniker) und dem Sektor Textil/Bekleidung. Nur geringfügig verbessert hat sich hingegen die Situation bei Bäckern und Fleischern.

Während sich für viele Betriebe der Bauindustrie die Konjunktursituation 1999 durch die geplanten Tiefbauvorhaben der Regierung deutlich verbessern könnte, ist zu befürchten, daß eine fortgesetzte Konjunkturschwäche im Baugewerbe nachhaltige Struktureffekte auslösen könnte, von denen der gesamte baunahe Bereich betroffen ist. Die schwierige Kapital- und Ertragssituation zwingt die kleineren und mittleren Betriebe des Gewerbe und Handwerks, auf anhaltende Konjunkturschwächen mit Reduzierung der Betriebsgröße oder sogar Betriebsaufgabe zu reagieren.

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