Grünbaum-Sammlung: Inventarliste gefunden - er besaß mindestens 60 Werke Schieles

News meldet: Zwei weitere bekannte Werke Schieles nun nachweislich aus der Grünbaum-Sammlung - eines im Dorotheum angeboten

Wien (OTS) - Die Beschlagnahme-Causa um zwei Werke Schieles aus
der Sammlung Leopold hat eine neue Dimension erreicht: News ist im Besitz der sogenannten "Vermögensakte" des Kabarettisten Fritz Grünbaum. Diese Akten wurden ab 1938 vom NS-Regime erstellt, um jüdischen Familien Steuern abpressen zu können.

In der Grünbaum-Akte ist laut News das Gesamtvermögen des Kabarettisten detailliert aufgeschlüsselt - auch die 453 Werke umfassende Kunstsammlung.

Allein von Egon Schiele sind mindestens 60 Werke aufgeführt.

* "55 große Handzeichnungen" werden nicht näher differenziert.

* Die großformatigen Ölgemälde "Der Selbstseher" und "Frauenporträt" sind bekanntermaßen verschollen.

* "Tote Stadt" befindet sich in der Sammlung Leopold.

In keiner Publikation der Sammlung Grünbaum zugeordnet sind zwei weitere kleine Ölbilder, deren Herkunft nun definitiv nachweisbar ist. Beide wurden, so News, wie die "Tote Stadt", 1956 im Schweizer Kunsthandelshaus Klipstein & Kornfeld angeboten. Laut Kornfeld kamen sie ebenfalls von jener in Brüssel lebenden österreichischen Emigrantin, deren Name nicht preisgegeben wird,

* "Boote, sich im Wasser spiegelnd" (1908, der Nazi-Schätzmeister nannte das Bild "Schiffe im Hafen") wurden in der Klipstein-Verkaufsausstellung vom Kunsthändler Felix Landau, einem in L.A. lebenden Emigranten, erworben. Das Bild ist laut Publikationen heute im Privatbesitz.

* "Landschaft mit Bäumen und Häusern" (angeblich 1914, vom Nazi-Schätzmeister "Kleine Landschaft mit Bäumen" betitelt) wurde gleichfalls von Landau erworben. Er reichte das Bild 1976 im Wiener Dorotheum ein, es fand allerdings keinen Käufer und dürfte zurückgegangen sein.

Wie Experten via News vermuten, wurden die drei kleinen (und daher leichter zu verbergenden) Exponate aus der sonst großteils verschollenen Grünbaum-Sammlung von der Emigrantin im Krieg heimlich außer Landes gebracht.

Da Kunsthändler Landau noch am Leben ist, dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis die heutigen Besitzer ermittelt sind.

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