Warnungen der AK in den Wind geschlagen

EU beabsichtigt Buchpreisbindung aufzuheben

Wien (AK) - Die Uneinsichtigkeit des österreichischen
Buchhandels und der Verlage führte nun zur Entscheidung der EU,
die grenzüberschreitende Buchpreisbindung in Deutschland und Österreich abschaffen zu wollen, kritisiert die AK. Immer wieder habe die AK davor gewarnt, daß die EU gegen den Weiterbestand der kulturpolitisch sinnvollen Buchpreisbindung entscheiden werde,
wenn nicht das derzeitige System der Preisbindung refomiert würde. Nach Auffassung der AK hätte es Buchhändlern möglich sein müssen, Rabatte an Einzelkunden zu gewähren. Auch hätte die Preisbindung nicht alle Verlagsprodukte umfassen müssen. ****

Die AK hat immer wieder den österreichischen Buchhandel und die Verlage aufgefordert, das derzeitige Sammelrevers-System zu reformieren, da es mit den Wettbewerbsregeln der EU absolut unvereinbar sei. Die AK forderte, daß es den Buchhändlern möglich sein müsse, Rabatte bis zu einer gewissen Obergrenze auch an Einzelkunden zu gewähren. Denn derzeit wird ein Buchhändler mit einer Konventionalstraße von bis zu 70.000 Schilling bedroht, wenn er Konsumenten Nachlässe gewährt. Außerdem sah die AK nie eine Notwendigkeit dafür, daß die Preisbindung alle Verlagsprodukte umfasse. Für Zeitschriften, CD ROMs oder Trivialliteratur in nicht gebundener Form müßten die Preise nicht geregelt werden. Die Warnungen der AK, daß sich die EU Kommission ansonsten gegen den Weiterbestand der Buchpreisbindung entscheiden werden, gingen
leider ins Leere.

Wie von der AK befürchtet, hat nun die Uneinsichtigkeit der
Verlage und Buchändler dazu geführt, daß die EU Österreich und Deutschland zwingen will, die Buchpreisbindung abzuschaffen. Von dieser Entscheidung wären dann rund 80 Prozent der von deutschen Verlegern in Österreich verkauften Bucher betroffen.

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