AK: Gute Bedingungen für Österreichs Wirtschaft

Pessimismus ist sachlich unbegründet und beeinträchtigt das Wirtschaftsklima

Wien (OTS) - Die Zweifel an der Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Österreich seien sachlich in hohem Maße unbegründet, auch wenn von Unternehmerseite immer wieder das Gegenteil behauptet wird. "Pessimismus aus Einzelinteressen mag vielleicht der österreichischen Seele gut tun, sachlich ist er
aber unbegründet und beeinträchtigt den Standort und das Wirtschaftsklima", kritisiert AK-Direktor Werner Muhm und verweist auf eine aktuelle AK-Analyse.****

Das ständige Jammern der Unternehmerseite über zu hohe Arbeits-und Lohnnebenkosten, zu hohe Kosten für Finanzierung und Infrastrukturleistungen oder zu geringe Rentabilität haben für Muhm nichts mehr mit der realen Situation der Unternehmen zu tun:
"Eine Bewertung der gesamten Standortfaktoren belegt gute Bedingungen für Österreichs Wirtschaft."

Entscheidend für die internationale Wettbewerbsfähigkeit sei vor allem die Entwicklung der gesamten Arbeitskosten (Direktlohn und Lohnzusatzkosten) in Beziehung zur Entwicklung der Produktivität (Lohnstückkosten). "Und da steht Österreich gut da", erklärt der AK-Direktor.

Lohnstückkosten seit 1994 rückläufig
Mittelfristig gab es in Österreich zwar einen überdurchschnittlichen Anstieg der Arbeitskosten, der aber im wesentlichen auf Wechselkursverschiebungen zurückzuführen war. Da aber auch die Produktivität der verarbeitenden Industrie in Österreich weit über dem EU-Durchschnitt anstieg, konnte dies mehr als kompensiert werden. Im Schnitt blieben dadurch die Lohnstückkosten zwischen 1986 und 1996 praktisch konstant und
waren 1996 sogar um 5 Prozent niedriger als 1981. Seit 1994 sind
die Lohnstückkosten in Österreich sogar rückläufig, was zu einer deutlichen Verbesserung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit beitrug.

Die durchschnittliche Wachstumsrate der Stundenproduktivität in
der österreichischen Industrie lag im Zeitraum 1986 bis 1996 mit 5,4 Prozent sowohl deutlich über dem EU-Schnitt als auch über dem Durchschnitt der Handelspartner (je 3,1 Prozent). Nur die
finnische und die irische Industrie verzeichneten seit 1990 ein rascheres Wachstum.

Arbeitskosten
An diesen quantifizierbaren Fakten ändere auch das Klagen über zu hohe Arbeitskosten (Lohnkosten plus Lohnnebenkosten) nichts. Die höchsten Kosten pro Arbeitsstunde hatte 1996 Deutschland mit 333 Schilling. "Wären die absoluten Arbeitskosten entscheidend, hätte es nie einen "Exportweltmeister" Deutschland geben dürfen." Für den AK-Direktor ein Hinweis, daß Arbeitskosten nicht alleine für die internationale Wettbewerbsfähigkeit ausschlaggebend sind, da sie einen immer geringer werdenden Anteil an den Produktionskosten darstellen.

Ohne Bedeutung für die Wettbewerbsposition sei daher auch die Aufteilung der Arbeitskosten auf Lohnkosten und Lohnnebenkosten. Wenn in Österreich immer über zu hohe Lohnnebenkosten gejammert werde, beruhe dies auf der sachlich falschen Einrechnung des
13.und 14. Monatsbezug in die Lohnnebenkosten, obwohl diese fixe Einkommensbestandteile und damit keine Nebenkosten sind.

Wesentlicher für die Standortqualität und die Wettbewerbsposition eines Landes seien Qualifikation der Arbeitskräfte, Innovationspotential, Arbeitsbeziehungen und sonstige Rahmenbedingungen, so Muhm.

Beste Rahmenbedingungen
Für AK-Direktor Muhm herrschen, verglichen mit den meisten anderen OECD-Staaten, auch im Unternehmenssteuerbereich in Österreich geradezu paradiesische Zustände, etwa durch die Abschaffung der Gewerbe- und Vermögenssteuern. Darüberhinaus gebe es auch noch überaus günstige Doppelbesteuerungsabkommen, die eine deutliche Reduktion der 25prozentigen Kapitalertragssteuer ermöglichen.

Entlastet würden die Unternehmen auch durch neue Telefontarife,
die Ersparnisse in der Größenordnung von etwa 6 Mrd Schilling jährlich bringen, sowie durch die seit 1994 gesunkenen Strompreise und die Möglichkeit zu flexiblen Arbeitszeiten. Die Liste ließe sich noch fortsetzen.

Noch etwas, so AK-Direktor Werner Muhm abschließend, hätte die AK-Analyse ergeben: Das oft vorgebrachte Argument, arbeitsplatzschaffende Investitionen würden aufgrund zu geringer Gewinne unterbleiben, ist falsch. Cash Flow, Gewinne und Eigenkapitalausstattung sind nach der Rezession von 1993 auf einem höheren Niveau als zu Zeiten der Vollbeschäftigung.

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