Urwald-Paradies am Dürrenstein

Weitere 1.200 Hektar gesichert

St.Pölten (NLK) - Über einen "großartigen Beginn des Naturschutz-Arbeitsjahres 1998" freut sich Landesrat Ewald Wagner:
Aufgrund einer Vereinbarung mit den Österreichischen Bundesforsten wird das "Wildnisgebiet Dürrenstein" bei Göstling an der Ybbs - es umfaßt die schönsten und besterhaltenen Urwaldreste der gesamten Alpen - um weitere 1.200 Hektar erweitert. Die Bundesforste verzichten bis Juni 2001 auf eine Holznutzung im Bereich der sogenannten "Hundsau" und erhalten für die daraus resultierenden wirtschaftlichen Nachteile vom Land Niederösterreich eine
einmalige Pauschalabgeltung in Höhe von 750.000 Schilling. In
ihrer gestrigen Sitzung hat die NÖ Landesregierung diese Vereinbarung genehmigt.

Landesrat Wagner betont, daß die Einbeziehung der "Hundsau" von Anfang an ein Wunsch des Landes Niederösterreich war, ja eine Voraussetzung für die internationale Anerkennung darstellt. Sie
war auch im ursprünglichen Antrag für das LIFE-Projekt "Wildnisgebiet Dürrenstein" enthalten. LIFE ist das Naturschutz-Förderinstrument der Europäischen Kommission. Brüssel war jedoch nicht bereit, Entschädigungszahlungen für Waldflächen im Staatsbesitz zu akzeptieren, weshalb der LIFE-Antrag, der von der EU-Kommission im Juli des Vorjahres bewilligt wurde, modifiziert werden mußte. Das LIFE-Projekt "Rothwald III" umfaßt daher nur die Urwaldflächen im Bereich der Forstverwaltung Langau im Ausmaß von 576 Hektar. Mit der nunmehr abgeschlossenen Vereinbarung ist sichergestellt, daß innerhalb des Zeitraumes der Umsetzung des LIFE-Projektes keine Eingriffe im Bereich der Hundsau stattfinden und auch eine Erklärung zum Naturschutzgebiet durchgeführt werden kann.
Am Dürrenstein finden sich die schönsten und besterhaltenen Urwaldreste der Alpen mit Mischwäldern in den Hängen und in den Schluchten, Krummholzbeständen, Wiesen mit Borstgrasrasen und alpinen Kalkpionierrasen. Sie bieten Lebensraum für seltene Tierarten, wie den Alpenbockkäfer, den Braunbären, den Steinadler, den Rauhfußkautz und die Pechsteinfledermaus.

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