AK: Berufsfachschule führt aus der Sackgasse

Mrkvicka fordert Verhandlungen ohne Scheuklappen

Wien (OTS) - Über die Vorschläge von ÖGB und AK für neue Wege
in der Berufsausbildung soll einmal ohne Scheuklappen verhandelt werden. So reagierte heute, Donnerstag, Franz Mrkvicka, Leiter des AK Bildungsbereichs, auf Wirtschaftsminister Farnleitner, der sich gegenüber einer Berufsfachschule skeptisch zeigte und unter
anderem weitere "gesetzliche Lockerungen" für Lehrbetriebe vorschlägt. "Wir müssen rasch etwas tun, damit es heuer ausreichend Ausbildungsplätze gibt. Gerade deshalb schlagen ÖGB und AK die neue Berufsfachschule vor", sagt Mrkvicka.****

"Ohne massive Lehrstellenförderung durch das Arbeitsmarktservice, Notmaßnahmen wie die 'Initiative Lehrling' in Wien und den
massiven Einsatz der Gebietskörperschaften bei der Ausbildung von Lehrlingen wäre es nicht gelungen, die Situation am Lehrstellenmarkt zu einem erheblichen Teil zu entschärfen", sagt Mrkvicka. Durch die neue Berufsfachschule sollen auch Jugendliche, die zunächst keine Lehrstelle finden, die Chance einer vollen Ausbildung an der Berufsschule erhalten, bis die Unternehmen
wieder ausreichend Lehrstellen anbieten können.

Weitere "gesetzliche Lockerungen" und finanzielle Förderungen für Betriebe, die Lehrlinge ausbilden, hält Mrkvicka nicht für zielführend. "Damit würden nur jene Betriebe gefördert, die bisher nicht ihrer Verantwortung zur Ausbildung Jugendlicher nachgekommen sind." Eine "Selbstverständlichkeit" sei es, wenn Farnleitner die Einführung neuer Lehrberufe vorschlage: "Die Verhandlungen über konkrete neue Lehrberufe müssen rasch abgeschlossen werden."

Um aber wirklich ausreichend Ausbildungsplätze zu schaffen, müßte auch über die Berufsfachschule geredet werden. Die
Berufsfachschule sei als zeitlich begrenzte Maßnahme gedacht, bis wieder ausreichend Lehrstellen angeboten werden. Keineswegs solle sie die duale Ausbildung ersetzen, die nach wie vor zentraler Bestandteil der Ausbildung der hervorragenden österreichischen Fachkräfte sei. Mrkvicka: "Wir erwarten die Gesprächsbereitschaft des Wirtschaftsministers."

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