Lehrlinge: Gewerbe für dauerhafte Lösung statt Symptombekämpfung

Achleitner: "Mit marktwirtschaftlichen Maßnahmen die Beschäftigung stimulieren"

Wien (PWK) - "Wir müssen die Probleme bei den Lehrlingen dauerhaft lösen und dürfen nicht ständig nur die Symptome bekämpfen", verlangte Fritz Achleitner, Obmann der Bundssektion Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer Österreich. Mit den jüngsten Forderungen von ÖGB und AK nach Einführung von Berufsfachschulen werde das Übel des Lehrstellenmagels nicht an der Wurzel gepackt sondern nur weiter in die Zukunft verschoben. "Die Arbeitnehmervertreter haben damit eingestanden, daß sie mit den sündteuren 'selbständigen Ausbildungseinrichtungen' im Grunde gescheitert sind". ****

Achleitner stellte auch die staatlich verordnete Förderungspraxis für Lehrlinge in Frage. "Mit Geld alleine schafft man keine neuen Lehrstellen. Unternehmer stellen dann Lehrlinge ein, wenn die Konjunktur gut läuft und sie darauf vertrauen können, daß sie die künftigen Facharbeiter auch nach dem Lehrabschluß beschäftigen können. Was wir brauchen sind marktwirtschaftliche Maßnahmen, die Beschäftigung stiumulieren. Dann werden wir auch das Lehrlingsproblem besser in den Griff bekommen". Anstatt Lehrstellensuchende in Berufen des Bauhaupt- und Baunebengewerbes auszubilden, damit sie nach drei Jahren Berufsfachschule erst recht wieder auf der Straße stehen, wäre es sinnvoller, Investitionen in Denkmalschutz und Sanierung zu stimulieren. Nach Berechnungen der Bundessektion könnten mit der Sanierung und Erhaltung unseres kulturellen Erbes 1.500 neue Lehrstellen und 10.000 neue Arbeitsplätze geschaffen und jährlich 10.000 weitere Jobs im Handwerk langfristig abgesichert werden.

Einen wesentlichen Hemmschuh für die Ausbildung von Lehrlingen sieht Achleitner in den bürokratischen Belastungen der Betriebe. So ist es beispielsweise fast unmöglich, das Lehrverhältnis zu lösen, was immer mehr Betriebe von der Lehrlingsausbildung abschreckt. Der Bundessektionsobmann sprach sich weiters dafür aus, die Lehre mit anderen Schulsystemen gleichzustellen. Betriebe sollen in Zukunft davon befreit werden, die Lehrlingsentschädigung auch während der Berufsschulzeit zu zahlen.

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