1997 brachte leichten Rückgang der Arbeitslosen am Bau

Lahofer: "Jahresarbeitszeitmodell zeigt Wirkung, ist aber kein Allheilmittel!"

Wien (PWK) - Entgegen anderslautenden Meldungen war die Arbeitslosenrate im Bauhauptgewerbe 1997 um 3,3% geringer als im Vergleichszeitraum des vorigen Jahres. Auch der Dezember lag mit 35.500 arbeitslosen Bauarbeitern deutlich unter den Spitzen der letzten zehn Jahre. ****

"Dies ist nicht zuletzt auf das Greifen des vor zwei Jahren vereinbarten Flexibilisierungsmodelles zurückzuführen", so der Bundesinnungsmeister der Baugewerbe, Johannes Lahofer. Vor Abschluß der Regelung lag im Dezember 1995 die Zahl der Bauarbeitslosen noch bei 47.000.

Laut einer Erhebung der Bundesinnung der Baugewerbe nutzen fast 65 % der befragten Baugewerbebetriebe die neuen Modelle. Durchschnittlich wird dadurch eine Verlängerung der Winterbeschäftigung um 2 « Wochen erreicht. "Ein Großteil der Betriebe hat allerdings das Zeitguthaben bereits im Dezember verbraucht, weshalb die Arbeitslosenrate nicht über die triste Auftragslage und die fehlende Investitionsbereitschaft der öffentlichen Hand hinwegtäuschen kann", betont der Bundesinnungsmeister. So lag im IV.Quartal 1997 der Auftragsbestand bei mageren 15,2 Wochen. Sollte die Vergabe baureifer Projekte, insbesondere seitens der öffentlichen Hand, nicht raschest erfolgen, so werden die Bauarbeitslosen im ersten Vierteljahr 1998 wieder rapid in die Höhe schnellen. "Das beste Jahresarbeitszeitmodell nützt nichts", beteuert Lahofer, "wenn keine Aufträge vorhanden sind!"

Mögliche Maßnahmen zur Ankurbelung der Baukonjunktur wären für Lahofer die Wiedereinführung der steuerlichen Begünstigung von Stadterneuerungsmodellen, das Forcieren der sogenannten private-public-partnerships sowie eine wirksame Eindämmung der Schattenwirtschaft.

Als größte "Archillesferse" des Jahresbeschäftigungsmodelles habe sich erwiesen, daß die im Sommer angesparten Zeitguthaben bis spätestens Mitte Februar und in Verbindung mit Feiertagen abgebaut werden müssen. Dies sei kontraproduktiv, da in einigen Regionen der Winter zu dieser Zeit erst richtig einsetze. Die Firmen seien daher vielfach gezwungen, ihren Arbeitern bei schönstem Bauwetter Zeitausgleich zu geben, obwohl eigentlich primär die Überbrückung von winterlichen Schlechtwetterperioden beabsichtigt gewesen wäre.

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Mag. Manfred Katzenschlager
Tel: 7183737-0Bundesinnung der Baugewerbe

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