Hintergründe der Affäre Groer - Zeugin legt in der News-Redaktion neue Dokumente vor - Entscheidende Stellen der Kirche sind schon seit drei Jahren über Groer informiert

Vorausmeldung zu News Nr. 2/8.1.1998

Wien (OTS) - In der heute erscheinenden Ausgabe vom Nachrichtenmagazin News, meldet sich eine Zeugin in der Causa Groer zu Wort. Die Wienerin Gunthild R. gibt an, bereits vor drei Jahren entscheidende kirchliche Stellen - darunter den Abt von Göttweig, Clemens Lashofer, über jene Vorgänge im Privatleben Kardinal Hans Hermann Groers informiert zu haben, die vergangene Woche zu dessen Rücktritt führten.

R. beherbergte einen ehemaligen Mönch des Stiftes Göttweig, Frater M., dessen Angaben die Basis jener schweren Vorwürfe sind, die Groer zu Fall brachten. M. hatte Frau R. über sein Verhältnis zu Groer berichtet, das vor mehr als 20 Jahren, 1975, in Maria Roggendorf begonnen hatte. Da M., so die Angaben von Frau R., mehrmals psychiatrische Behandlungen brauchte, hatte sie sich an kirchliche Stellen um Hilfe gewandt. Unter anderem an den Abt des Stiftes Göttweig, Clemens Lashofer, dem sie schon am 25. Februar 1995 von den Vorfällen berichtete. Derselbe Brief erging auch an Pater Udo Fischer, der zu dieser Zeit mit M. in Maria Roggendorf war und den Erhalt des Schreibens gegenüber News bestätigt.

Frau R. erzählt in diesem Brief von den Selbstmorddrohungen des Mönchs, von seiner Angst, die "Bettgeschichten mit dem Kardinal würden auffliegen" und von seinem Bedarf einer psychiatrischen Therapie. Zitat: "Er liebt den Kardinal, wie sich zeigte, konnte dieser ihn nicht wirklich führen und hat ihn wahrscheinlich überfordert, sonst wäre er nicht nach zwei Jahren in der Psychiatrie gelandet, nicht ohne daß sich der Kardinal vorher mit ihm ins Bett gelegt hatte.....Welch wunderbare geistliche Führung, wenn einem nichts anderes mehr einfällt, als den Popo zusammenzustecken."

Die schwerwiegenden Vorwürfe wurden offensichtlich erst jetzt, als auch zwei andere Fratres sich an Abt Lashofer wandten und über ihre Beziehungen zu Kardinal Groer berichteten, ernst genommen. Abt Lashofer bestätigt, von den Vorwürfen M. informiert geworden zu sein. Er hätte erst jetzt gehandelt, weil "die alten Vorwürfe aktualisiert worden wären".

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