Cabana: Ärztliche Hausapotheken sind nur Hilfsinstrument

Gleiche Rechte heißt auch gleiche Pflichten

Bad Hofgastein (OTS) - Zur Forderung des Vizepräsidenten der Ö. Ärztekammer, Dr. Brettenthaler, im Falle einer völligen Liberalisierung im Apothekengesetz, die Abgabe von Medikamenten bei allen niedergelassenen Ärzten schrankenlos zuzulassen, stellt der Präsident der Ö. Apothekerkammer, Dr. Herbert Cabana, fest:

"Schon jetzt ist die ärztliche Hausapotheke laut Gesetz nur ein Hilfsinstrument. Aus gutem Grund ist die Verschreibung und der Verkauf von Medikamenten strikt getrennt. Der Arzt soll unabhängig von der eigenen Lagerhaltung frei das beste Medikament verordnen können.

Im übrigen haben die Ärzte mit Hausapotheken nicht die gleichen Pflichten, wie Apotheken. Apotheken unterliegen der Betriebspflicht, d.h. sie dürfen nicht wegen Urlaubs oder Krankheit zusperren. Sie müssen an 365 Tagen im Jahr die Medikementenversorgung gewährleisten. Das geschieht durch verpflichtende Nacht- und Wochenenddienste.

Nur Apotheker haben die entsprechende pharmazeutische Ausbildung. Das Gesetz schreibt den Apothekenbetrieben auch die Mindestgröße (143m2) vor, in der ein Labor zur Herstellung von Medikamenten enthalten sein muß. Die Herstellung von individuellen Zubereitungen ohne Konservierungsmittel ist damit möglich. Das alles gilt für hausapotheken führende Ärzte nicht.

In Deutschland hat die Niederlassungsfreiheit für Apotheken, als einzigem Land in der EU, das von der Bedarfsregelung völlig abgegangen ist, zur Abschaffung der ärztlichen Hausapotheke geführt.

Nur dort wo die Apothekenleistung für die Menschen nicht erbracht werden kann, hat die ärztliche Hausapotheke im derzeitigen System ihre Berechtigung."

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Österreichische Apothekerkammer
Walter Rettenmoser
Tel.: 0663/911 14 43

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