Greenpeace und Handelshaus Pilstl

Wien (OTS) - 1. Unter dem Motto "Handeln statt Jammern", stellt Greenpeace heute das Handelshaus Pilstl aus OÖ vor. Durch den Import von gentech-freiem Soja wird ein weiterer Beitrag zu einem gentechnisch-freien Speisezettel in Österreich durch diese Firma geleistet.

2. Das Handelshaus Pilstl ist der erste marktrelevante Importeur, der in Österreich gentech-freien Sojaschrot + Bohnen anbieten kann. Für 1997 ist geplant ca. 130.000 t am Markt zu verkaufen. Nach heutiger Sicht wird vom Vorlieferanten garantiert bis zu 5 Jahre den gentech-freien Soja anzubieten.

3. "Weshalb diese Entscheidung im Handelshaus Pilstl"

a) 88 % der Konsumenten in Österreich wünschen einen gentechnikfreien Speisezettel.

b) Presseaussendung 18.12.1996 "Der Bauer" Resolution der Landwirtschaftakammer Vollversammlung OÖ. Die Vollversammlung fordert den genossenschaftlichen und privaten Landesproduktenhandel auf, in Österreich nur gentechnisch unveränderten Sojaschrot anzubieten.

c) Die große Vorarbeit und Unterstützung von den beiden Handelsketten Julius Meinl und Spar AG Österreich.

d) Und die Zusage der Stanzel Gruppe Pico-Fehringer-Mirimi. Der Wunsch der Konsumenten nach gentech-freiem Geflügelfleisch ist für uns ein klarer Auftrag, betonte Frau Grete Stanzel.

Andreas Pilstl's Ausspruch: "In jedem Problem liegt auch eine Chance".

Um diese Punkte zu erfüllen, buchte jun. Chef Andreas einen Flug zu langjährigen Geschäftsfreunden nach Brasilien.

Diese besitzen eine Unternehmensgruppe und betreiben u.a. auch 4 Sojaölmühlen mit einer Jahreskapazität von ca. 1 Mio t Bohnen. Nach Darstellung der Situation wurde uns zugesagt, für diesen Markt Österreich gentech-freie Ware zu liefern.

Beim nächsten Besuch in Österreich werden wir unsere Lieferanten aus Brasilien der österr. Presse vorstellen.

Die in Österreich importierten 450.000 t Soja-Futterschrot pro Jahr werden hauptsächlich in der Geflügel- und Schweinezucht, aber auch in der Rindermast und der Milchproduktion verwendet. Erst vor wenigen Wochen hatte Greenpeace mit dem chemischen Nachweis von Gentechsoja aufgezeigt, daß ein Teil des Sojaschrotes bereits gentechnisch vermischt ist. Obwohl 99 Prozent der weltweiten Ernte nach wie vor natürlicher, nicht gentechnisch veränderter Soja ist, gilt dieser "gute alte" Soja bereits als Mangelware.

Um seriös eine Gentechnikfreiheit garantieren zu können, muß die gesamte Produktkette kontrolliert werden können. Begonnen bei der Versorgung mit natürlichem Saatgut, über den Anbau, die Ernte, die Zwischenlager, die Verladeeinrichtung in den Häfen, die Schiffe, die Entladeeinrichtungen und schließlich der Transport nach Österreich. -Überall muß gewährleistet werden, daß keine Vermischung mit Gentechsoja passiert. Eine geschlossens Logistik Kette ist erforderlich.

Mit Ende letzter Woche ist es Komm.-Rat Pilstl mit seinem Sohn Andreas gelungen, eine solche garantierte Produktkette vollständig zu schließen und damit auch garantieren zu können. Nur ohne Mehrpreis ist das nicht möglich. Diese unvermeidlichen Mehrkosten dürfen auf keinen Fall den österreichischen Bauern sowie Verarbeitern aufglastet werden, sind sich Greenpeace und Pilstl einig.

Gespräche mit der RWA (Raiffeisen Ware) haben ergeben, daß gentech-freier Sojaschrot den österr. Bauern über die Lagerhausgruppe angeboten werden wird. Es wird aber auch dort betont, daß dafür notwendige Mehrkosten nicht den österr. Bauern belasten dürfen.

Heute können wir berichten, daß es unserer Firma möglich ist, die Wünsche des Marktes zu erfüllen.

Die Entscheidung wird letztendlich der Konsument treffen müssen, der diese Qualität nicht ohne Mehrpreis bekommen kann.

Wird vom Konsumenten dieses Angebot der Handelsketten "gentech-freie Nahrung" zu kaufen wenig genützt werden, wird dadurch gesunde, gentechnisch-freie Nachrung in den kommenden Jahren gänzlich aus den Regalen verschwinden.

Rückfragen & Kontakt:

Handelshaus Pilstl
Andreas Pilstl
Tel: 07762/23 61 / 0

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