Greenpeace begrüßt gentechfreie Soja am heimischen Markt

Initiative des Handelshauses Pilstl sichert Nachschub auf fünf Jahre und ermöglicht damit auch in Zukunft gentechfreie Speisekarten

Wien (OTS) - Mit einer Pressekonferenz in der Wiener Börse stellte Greenpeace heute das oberösterreichische Handelshaus Pilstl vor. Dieses bietet als erster marktrelevanter Importeur gentechfreien Sojaschrot und ebensolche Sojabohnen an. Damit leistet das Familienunternehmen einen grundlegenden Beitrag zu einer auch in Hinkunft gentechfreien Speisekarte.

Für 1997 plant die Firma Pilstl, mindestens 130.000 Tonnen garantiert gentechfreier Soja in Österreich zu verkaufen. Auch für die weiteren vier Jahre ist der Nachschub bereits gesichert. Junior-Chef Andreas Pilstl ist sich der Herausforderungen bewußt:
"Die Felder in Brasilien, die Zwischenlager und Schiffstransporte sowie sämtliche Hafeneinrichtungen sind nur einige der Plätze, an denen Soja vermischt werden kann. Um seriöser Anbieter zu sein, müssen wir die gesamte Produktkette kontrollieren."

Obwohl 99 Prozent der weltweiten Ernte nach wie vor natürliche, also nicht gentechnisch veränderte Soja ist, gilt gentechfreier Sojaschrot bereits als Mangelware. Im Interesse der Gentech-Industrie und der Getreide-Giganten wird die natürliche Soja absichtlich mit einer kleinen Menge gentechnisch manipulierter Soja vermischt. Um nun gentechfreie Importe ge-gen die Interessen der amerikanischen Marktführer durchzusetzen, sind höchst aufwendige Absicherungen und Kontrollen notwendig. Dieser Aufwand wäre nur zu vermeiden gewesen, wenn die EU-Behörden nicht vor den amerikanischen Gentech-Multis in die Knie gegangen wären.

Nun bleiben Wirtschafts-Initiativen und Konsumenten-Druck die entscheidenden Faktoren, daß gentechfreie Nahrung in den kommenden Jahren nicht gänzlich aus den Lebensmittel-Regalen verschwindet. "Dabei wäre es ein leichtes gewesen, mit Hilfe von Importverboten und Produkt-Deklarationen eine getrennte Anlieferung nach Europa zu erzwingen und damit die künstliche Verknappung der gentechfreien Ware gar nicht erst entstehen lassen", kommentiert Greenpeace-Sprecher Wolfgang Pekny die Versäumnisse der Politik. Gleichzeitig begrüßt er den Pilstl-Vorstoß als vorbildliche Initiative: "Damit werden der gegenwärtigen Ratlosigkeit von Ministerien, Kammern und Bauernbund endlich Taten entgegengesetzt".

Letzte Meldung: Seit 26. Februar 1997, 18 Uhr ist gesichert, daß auch RWA-Raiffeisen, der Marktführer bei Soja-Futtermitteln in Österreich, gentechfreie Soja anbieten wird. Damit ist der gesamte Futtermittel-Markt in Österreich im Begriff, wieder gentechfrei zu werden.

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Attila Cerman;
Greenpeace Österreich;
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