Auswirkungen der Energiesteuer auf Energiepreise

Stellungnahme des Fachverbandes der Gas- und Wärmeversorgungsunternehmungen zur Aussage der Energieverwertungsagentur: Gaspreise um 12,1 % gestiegen

Wien (OTS) - Zu den allmonatlich wiederholten Meldungen der EVA über den gestiegenen Gaspreis im Jahresvergleich sagte der Vorsteher des Fachverbandes der Gas- und Wärmeversorgungsunternehmungen Generaldirektor Dr. Skyba gegenüber der Presse:

"Die Ursache für die sogenannte Preissteigerung liegt einzig in den Auswirkungen des mit 1. Juni 1996 in Kraft getretenen Strukturanpassungsgesetzes. Dieses brachte die Einführung einer Strom- und Erdgasabgabe mit sich. Im Rahmen dieses Gesetzes wird Erdgas mit 60 Groschen je Kubikmeter besteuert, was im EU-Vergleich einen Spitzenwert darstellt. Erhebliche Mehrkosten für Haushalt und Industrie sind die Folge.

Für Haushalte beträgt die Verteuerung inklusive Umsatzsteuer 72 Groschen je Kubikmeter, das ist ein Mehraufwand von 14,1 %. Die Mehrkosten für Sondervertragskunden können sich sogar auf über 35 % belaufen. Unter Berücksichtigung der Plafondierung für Gewerbe und Industrie beträgt auch hier die Verteuerung mehr als 12 % gegenüber dem Vorjahr."

Diese Zahlen sind alle längst bekannt. Der Fachverband der Gas-und Wärmeversorgung hat schon im Jahr 1995 eine Studie bei Univ-Prof. Schneider, Linz, in Auftrag gegeben. Damals wurden bereits die volkswirtschaftlichen Auswirkungen einer solchen Energiesteuer festgestellt:

+ die Haushalte werden weniger Geld zur Verfügung haben und weniger konsumieren

+ die Industrie, aber auch der Fremdenverkehr werden im internationalen Wettbewerb noch mehr Nachteile haben. Bis zum Jahr 2005 könnten 22.000 bis 63.000 Arbeitsplätze verlorengehen

+ das BIP wird durchschnittlich um 4,1 Milliarden Schilling pro Jahr sinken; die Arbeitslosigkeit wird ansteigen.

Als Fachverband der Gas- und Wärmeversorgungsunternehmungen möchten wir daher ausdrücklich festhalten: Die Energiesteuer wirkt sich auf sämtliche Bereiche der Volkswirtschaft negativ aus. Sie kann daher nicht unter dem Titel "Energiepreiserhöhungen" dem Energieträger Gas angelastet werden.

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