Carnegie Hall droht Philharmonikern mit Hausverbot

Damenorchester, Lautsprecher und Transparente gegen US-Tournee

Wien (OTS) - Sollte sich das (mit den Wiener Philharmonikern weitgehend identische) Staatsopern-Orchester in seiner morgen stattfindenden Generalversammlung nicht über die Aufnahme von Frauen verständigen, droht Hausverbot in der New Yorker Carnegie Hall ab dem Jahr 1998. Das bestätigt die Pressesprecherin des renommierten Konzertgebäudes in der morgen (Donnerstag) erscheinenden Ausgabe des Wochenmagazins News.

Wörtlich heißt es in News: "Wir haben schon einige Stornos. Vor allem aber ist es für unsere Besucher unzumutbar, durch Demonstrantenheere gelotst zu werden. Noch sind die Philharmoniker für die nächste Saison eingeplant. Aber wenn sich der momentane Status nicht ändert, weiß ich nicht, ob sie bei uns auftreten können."

Wie News aus verläßlicher Quelle efährt, erklärte der amerikanische Musikmäzen Gilbert Kaplan, der im Vorstand der Carnegie Hall sitzt, in qualifiziertem Kreis, man erwäge, "die Philharmoniker ab nächstem Jahr für unerwünscht zu erklären."

News berichtet auch über den angekündigten Verlauf von Demonstrationen gegen das am 4. März beginnende diesjährige USA-Gastspiel der Philharmoniker. So wird die Musikerinnenvereinigung IAWM (sie verschickte schon 3.000 Flugblätter und rief via Internet zum Protest auf) vor allen vier Konzerten in Los Angeles und New York die österreichische Bundeshymne aufspielen und mit Fahnen und Lautsprechern aufmarschieren.

Wie News weiter berichtet, hätten Frauen selbst für den Fall, daß sie im Juni zum nächsten Vorspielen in der Staatsoper zugelassen würden, kaum Chance auf einen Job: Die ausgeschriebenen Instrumente Tuba, Kontrabaß und Trompete werden von Frauen kaum gespielt. Und das Anforderungsprofil für die gesuchten Solobratschisten und -cellisten ist dermaßen formuliert, daß es, so Orchestersprecher Schuster, "vielleicht je acht auf der Welt gibt. Frauen sind mir dabei keine aufgefallen."

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