Vorausmeldung zu News Nr. 9/97 (27.02.1997)

Wien (OTS) - Steuer-Affäre um Ski-Springer-Star Andreas Goldberger spitzt sich zu:

- Österreichischen Finanzbeamte überprüfen Millionen-Zahlung nach Liechtenstein.

- Recherchen ergeben: Österreichs Skirennläufer und Skispringer zahlen aufgrund eines Sonder-Erlasses nur 12,5 Prozent Steuer.

- Der neue Finanzminister Edlinger kündigt "Überprüfung" an. =

Die Steuer-Affäre rund um Österreichs erfolgreichsten Skispringer Andreas Goldberger spitzt sich zu. Das Finanzamt Ried/Innkreis überprüft, ob die slowenische Ski-Firma "Elan" ihre Millionengage an Goldberger auf das Konto einer Liechtensteiner Briefkastenfirma namens "Stoltar AG" überwiesen hat.

Sollte Goldberger seine Gage tatsächlich via Liechtenstein und somit vollkommen steuerfrei kassiert haben, dann drohen dem Skispringer Nachzahlungen von mindestens 10 Millionen Schilling.

Im Zuge der Recherchen von "Goldbergers Steuercausa" hat sich nämlich herausgestellt, daß für Österreichs Skistars seit dem Jahr 1972 ein Erlaß des Finanzministeriums gilt, nach dem sie nur 25 Prozent ihrer Einkünfte versteuern müssen - somit insgesamt für ihr Millioneneinkommen nur den sensationellen Steuersatz von 12,5 Prozent bezahlen.

Laut Meinung der Finanz würde diese Regel für Goldberger (Jahreseinkommen: 15 Millionen Schilling) rückwirkend nicht mehr gelten, wenn Teile der Einkommen über Briefkastenfirmen bezogen wurden. In diesem Fall würde für das gesamte Goldberger-Einkommen der letzten Jahre der normale Höchststeuersatz verrechnet.

Mittlerweile ist um das nun durch den Fall Goldberger bekannte Steuerprivileg der Ski-Stars ein politischer Streit entbrannt.

Finanzminister Edlinger kündigt im morgigen News an: "Wir überprüfen noch, ob diese Regelung überhaupt noch zeitgemäß ist."

Andreas Schwab, Chef der österreichischen Sporthilfe, fordert, daß das Steuerprivileg, daß Skistars nur für 25 Prozent aller Einkommen Steuer zahlen zu müssen, auf alle österreichischen Spitzensportler ausgedehnt wird.

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