Sorgloses Krankschreiben mancher Ärzte

Wien (OTS) - Der Präsident des Österreichischen Gewerbevereins -Prof. Friedl Bakalowits - weist wieder einmal daraufhin, daß manche Ärzte viel zu lasch und ohne Verantwortung für die prekäre Wirtschaftslage, Krankschreibungen vornehmen.

Das zuletzt veröffentlichte OGH-Urteil, in welchem ein Kraftfahrer entlassen wurde, weil er nach einem Wespenstich mit darauffolgender leichter Schwellung am Fuß, nachweislich im Freibad gesehen wurde und das dem Arbeitnehmer rechtgab, zeigt auch, daß Richter aus ihrer Sicht der Pragmatisierung heraus noch immer nicht wissen, wo unsere Wirtschaft heute steht.

Wenn es dem OGH-Urteil zufolge nicht zumutbar gewesen wäre, daß der Arbeitnehmern - statt sich im Freibad zu vergnügen - für eine andere Tätigkeit, als der eines Kraftfahrers im Betrieb nützlich gemacht hätte, dann kann man am Realitätssinn des Gerichts nur zweifeln.

Abgesehen davon hätten die Höchstrichter wohl wissen müssen, daß es mit Sicherheit gefährlicher ist, ein weiteres Mal von einer Wespe im Freibad, als im Betrieb gestochen zu werden.

Der Österreichische Gewerbeverein hat in letzter Zeit viele höchstgerichtliche Arbeitsrechtsentscheidungen für sehr vernünftig empfunden. Es erwecke den Anschein, daß insbesondere der OGH - etwa beim Samstag-Feiertags-Urlaub - sich eine realistischere Sicht zu eigen machte. Das Wespenstichurteil läßt daran zweifeln.

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