Wirtschaftskammer schlug in Sachen Siggerwiesen Privatisierung vor: Jetzt wollen private Entsorger SAB übernehmen

Wien (OTS) - Der Vorstoß der Wirtschaftskammer Salzburg, mittels privat-wirtschaftlichem "Betreibermodell" die betriebswirtschaftlichen und abfallpolitischen Probleme der kommunalen SAB in Siggerwiesen zu lösen, ist auf fruchtbaren Boden gefallen. Drei private Entsorgungsbetriebe, die eine offene ARGE gegründet haben, wollen jetzt die SAB übernehmen.

In einem Gespräch in der Wirtschaftskammer Salzburg am Donnerstag, 20.2.1997, präsentierten die drei Entsorgungsfirmen - Spreitzer Abfallwirtschaft GmbH, Lobbe MTU und Höller Entsorgung GmbH - ihr Angebot zur Übernahme, das bereits schriftlich an Bürgermeister Dr. Josef Dechant übersandt wurde.

Auch ohne Gesetz Müllmengen aufzubringen

"Die Salzburger Entsorgungswirtschaft will nicht mehr länger zusehen, wie die Zukunft eines technisch funktionierenden Entsorgungsbetriebs durch Fehlmanagement und dem mangelnden Willen zur Kooperation gefährdet wird", stellte dazu der Berufsgruppenobmann der Salzburger Entsorger, Ing. Herbert Spreitzer, fest. Wenn das Management von Siggerwiesen so weitermache, werde die dort verarbeitete Abfallmenge weiter zurückgehen. Auf gar keinen Fall dürfe aber die SAB ihr Heil in einer laufenden Erhöhung der Tarife oder in der gesetzlichen Festschreibung eines Müllmonopols suchen. "Wir bringen auch ohne eigenes Gesetz die notwendige Müllmenge nach Siggerwiesen", betont Spreitzer. Zu diesem Zweck steht die Arbeitsgemeinschaft allen privaten Entsorgern offen, die nach Siggerwiesen liefern sollten. Bei entsprechender Auslastung und geeigneten betriebswirtschaftlichen Maßnahmen soll ein akzeptabler Preis und damit eine moderate Tarifentwicklung möglich werden. "Wir können nicht nur einen einwandfreien und dem modernsten Stand der Technik entsprechenden Betrieb, sondern auch günstige Bedingungen für den Konsumenten garantieren", heißt es im Angebot der ARGE. Siggerwiesen soll durch Kooperation und Marktwirtschaft und nicht per Gesetz zum zentralen "Salzburger Recycling Park" werden, wie Spreitzer ausführte.

Betreibermodell bringt Kosteneinsparungen

Beim sogenannten Betreibermodell, das in der EU schon mehrfach erfolgreich erprobt wurde, gibt die Kommune das Management eines öffentlichen Betriebs an ein privates Unternehmen ab. Die Kommune bleibt jedoch den Behörden und Gerichten gegenüber rechtlich und politisch verantwortlich und verfügt über entsprechende Kontrollmöglichkeiten. Ebenfalls verbleiben die Anlagen in öffentlicher Hand. Derartige Modelle führten in Deutschland zu Kosteneinsparungen zwischen 15 und 30%.

Rückfragen & Kontakt:

Ing. Herbert Spreitzer
Obmann der Berufsgruppe Abfallsammler und
Entsorger
Tel.: 0664/20 10 166

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