Greenpeace-Schiff "Arctic Sunrise" beendet Antarktis-Klimatour 1997 Umweltschützer berichten über besorgniserregende Anzeichen einer erwärmungsbedingten Veränderung

Wien (OTS) - In der Nacht von gestern auf heute erreichte das Greenpeace-Schiff "Arctic Sunrise" nach einer rund einmonatigen Antarktis-Expedition den südargentinischen Hafen Ushuaia. Im Lauf der Greenpeace-Tour, die im Zeichen des Klimawandels stand, beobachteten die Umweltschützer in der Antarktis erste drastische Auswirkungen einer globalen Erwärmung.

So entdeckten Greenpeace-Klimaexperten unter den Eismassen Risse und Höhlen, die auf enorme Spannungen in großen Teilen des Gletschereises vor allem der Westantarktischen Halbinsel hinweisen. Ein Abbruch größerer Eismassen, wie zuletzt 1995 geschehen, dürfte in Hinkunft in immer kürzeren Abständen erfolgen.

Eine weitere, höchst besorgniserregende Auswirkung des Treibhauseffekts ist ein zwischen 15 und 30 Kilometer breiter Kanal, der aufgrund der Eisschmelze zwischen James Ross Island und der Westantarktischen Halbinsel entstanden ist. Dieser Kanal ermöglichte dem Team der "Arctic Sunrise" eine Weltpremiere, nämlich die erstmalige Umfahrung von James Ross Island, das noch vor wenigen Jahren durch zwei- bis dreihundert Meter dicke Eisschichten mit der Westantarktis verbunden war.

In bezug auf den vielgefürchteten Meeresspiegel-Anstieg sind diese Ereignisse überaus ernst zu nehmen: Allein das Abschmelzen des Eises der Westantarktischen Halbinsel würde einen Meeresspiegel-Anstieg um immerhin sechs Meter bewirken. Brächten wir eines Tages das Eis der gesamten Antarktis zum Schmelzen, stiege der Meeresspiegel um unglaubliche 60 Meter (!!) an. Eine Katastrophe dieses Ausmaßes würde bedeuten, daß zwei Drittel der Menschheit ihre Heimat verlieren und zu Klimaflüchtlingen werden.

Auf der "Klimaflucht" befinden sich bereits jetzt die antarktischen Pinguin-Populationen, deren bisherige Lebensräume aufgrund der treibhausbedingten Erwärmung stark gefährdet sind: Der Rückgang riesiger Eisgebiete, regional veränderte Niederschlags-Muster und das Schwinden der Nahrungsreserven (Krill) hat die Pinguine aus ihren angestammten Gebieten vertrieben.

Ankündigung: Voraussichtlich am 13. März 1997 wird die Klimasprecherin von Greenpeace International, Martina Krüger, die sich auch an Bord der "Arctic Sunrise" befand, für eine Pressekonferenz nach Wien kommen, um über die Ergebnisse der Expedition sowie persönliche Tour-Eindrücke zu berichten. Wir werden Sie darüber auf alle Fälle am laufenden halten.

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