Vertretungsbefugnis für Unternehmensberater: Die jüngste Gewerberechtsnovelle sorgt endlich dafür, daß die heimischen Unternehmensberater das auch tun dürfen, was sie für ihre Kunden tun können

Wien (OTS) - Nach jahrelangen Bemühungen wurde Österreichs Unternehmensberatern in der jüngsten Gewerberechtsnovelle (BGBl. 10/97, 10.1.1997) die Vertretungsbefugnis für ihre Kunden vor Ämtern und Behörden zugestanden. Das bedeutet für die heimischen Unternehmensberater, daß sie nun auch umsetzen dürfen, was sie ihren Kunden empfehlen - eine für andere Berufe schon lange selbstverständliche Praxis. Unternehmensberater können nun ihre Kunden in Betriebsanlagen-Genehmigungsverfahren, bei Gebietskrankenkasse und Sozialversicherung wirksam vertreten und entsprechend entlasten.

Besonders wichtig ist dies für jene Bereiche, in welchen der Unternehmensberater als externer Know-how-Lieferant fungiert, etwa bei der Erstellung von Abfallwirtschafts- und Umweltkonzepten. Die dabei erforderlichen Verfahren etwa für Betriebsanlagen-Genehmigungen und die Gespräche mit Amtssachverständigen können nun vom Unternehmensberater abgewickelt werden. Gleiches gilt für die Personalberatung und die dabei notwendigen Kontakte mit dem Arbeitsmarktservice, für Controlling-Aufgaben, die Kontakte zu den Finanzbehörden erforderlich machen und für die Klärung steuerlicher Vorfragen im Zuge von Unternehmensberatungen.

Dazu Dr. Günther Morawetz, Vorsteher der für die Unternehmensberater zuständigen Fachgruppe bei der Salzburger Wirtschaftskammer: "Diese Gewerberechtsnovelle räumt endlich damit auf, daß ein Berater seinem Kunden zwar gute Tips geben darf, zur nachfolgenden Hilfe bei der Umsetzung dieser Ratschläge jedoch nicht befugt ist. Oder können Sie sich vorstellen, daß Ihnen Ihr Rechtsanwalt die Gesetzeslage genau erläutert - und dann schickt er Sie alleine zu Gericht?"

Dr. Morawetz weiter: "Man kann das jetzt als Aufwertung des Berufsstandes der Unternehmensberater sehen - natürlich ist es das auch. Vor allem ist es die Herstellung eines Normalzustandes, das vorhandene Angebot der Unternehmensberater erfährt dadurch die logische Ergänzung. Mit Ausnahme der Gerichte und der den Wirtschaftstreuhändern vorbehaltenen Bereiche können die Unternehmensberater jetzt beispielsweise bei den Finanzbehörden und bei der Sozialversicherung im Rahmen ihrer Aufgaben aktiv werden. Das ist es ja, was die Kunden erwarten: eine effektive Entlastung in der Vielfalt ihrer unternehmerischen Aufgaben - dazu gehört eben auch die Vertretung des Klienten."

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Fachgruppe Unternehmensberatung und Daten-
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Dr. Maximiliane Laserer
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