Pasterk im ersten großen Interview nach dem Rückzug: "Opfer wochenlanger Unterstellungen"

Wien (OTS) - Wiens Ex-Kulturstadträtin Ursula Pasterk meldet sich in der morgen erscheinenden Ausgabe des Magazins News zu Wort. Pasterk im ersten großen Interview nach ihrem Rückzug aus allen Funktionen: "Ich fühle mich als Opfer wochenlanger Unterstellungen, die seitens der Rathausopposition und wohl auch von anderen Politikern in Zeitungen lanciert wurden. Öffentlich melden konnte ich mich im Sinn einer einvernehmlichen Lösung meines Vertrages nicht. Ich hatte keine Chance. Man hat mich gehetzt wie im Märchen vom Hasen und vom Igel."

Pasterk weiter in News: Sie habe nie abkassieren wollen, sondern immer nur ihr Recht auf Arbeit behauptet. "Bürgermeister und Kulturstadtrat hatten ja immer gesagt, daß man auf meine Fähigkeiten Wert legt. Ich hatte bis zuletzt gehofft, daß man mich arbeiten läßt. Aber urplötzlich hat man mir die einvernehmliche Lösung vorgeschlagen. Die wollte ich nie, aber ich hatte keine andere Wahl. Zu glauben, daß man das Recht auf Arbeit oder die Reputation mit Geld abgelten könnte, ist sowieso eigentümlich. Aber wenn es in einem Rechtsstaat einen gültigen Vertrag gibt und die andere Seite legt keinen Wert auf seine Erfüllung, gibt es nun einmal bestimmte Regeln zur Auflösung."

Die Präsidentschaft - so Pasterk in News - habe sie zurückgelegt, um den Festwochen nicht zu schaden. "Und weil es sinnlos gewesen wäre. Ich hätte keine Befugnisse gehabt, nicht einmal ein Büro, und ich hätte mich verpflichten müssen, '98 nicht mehr zu kandidieren, obwohl mein Intendantenvertrag bis 2001 läuft."

Pasterk zu News: "Ich soll in die Pension verschwinden. Ich bin jetzt 52, und wenn man in diesem Alter schon reif für das Ausgedinge ist, dürfte der neue Kulturstadtrat sein Amt gar nicht antreten. Der ist nämlich älter als ich. Bei Frauen wird offenbar mit anderem Maß gemessen."

Die drei Bereichsintendanten, die sie, Pasterk, angeblich überflüssig gemacht hätten, seien großteils nicht neu: Musikdramaturg Kehr sei immer schon dagewesen, Tanz-Chefin Völckers komme erst '98 als Nachfolglrin Gerhard Brunners. Nur Bondy sei neu, "und der hat keine Zeit für Koordinationsaufgaben. Alle drei haben immer betont, wie wichtig es ist, daß ich Präsidentin bleibe, weil jemand das alles koordinieren muß."

Pasterk weiter im News-Gespräch: "Ich habe viel über die Automatik von Verleumdungen gelernt: Es wird etwas in den Raum gestellt und über die Medien verbreitet, und niemand steht auf und sagt: Das ist nicht wahr."

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