Erneuerbare Energie: Bundesverband verlangt verbindliche Förderungsregelung

Wien (OTS) - Eine faire Einspeiseförderung für Strom aus erneuerbaren Energieträgern forderte heute der 'Bundesverband Erneuerbare Energie' (BVEE). Allein im Bereich Windkraft wird derzeit ein Investitionsvolumen von 700 Millionen Schilling nicht aktiviert, da es keine verbindliche Regelung gibt. Auch andere umsetzungsreife Anlageprojekte in ganz Österreich sind durch die unsichere Lage blockiert. Der BVEE will ein rechtlich verbindliches Förderungsmodell ausverhandeln, das bis 2007 zumindest weitere 5 % Stromversorgung aus erneuerbarer Energie bewirkt.

Der BVEE ist eine neugegründete Plattform von Anlagebauern, -betreibern und Interessenvertretern aus den Bereichen Windkraft, Biomasse, Photovoltaik und Kleinwasserkraft sowie österreichischer Zulieferindustrie dieser Branchen.

"Allein im Windkraftbereich ist derzeit die Realisierung von etwa 100 Anlagen blockiert, damit kommt ein zum Großteil privates Investitionsvolumen von 700 Millionen Schilling nicht in Umlauf", erklärt Hans Winkelmeier, Sprecher der Interessengemeinschaft Windkraft den dringenden Handlungsbedarf. Allein diese 100 Anlagen Brächten eine Leistung von 80 Millionen Kilowattstunden und würden damit 25.000 Tonnen Erdöl pro Jahr ersetzen, was 64.000 Tonnen CO2 entspricht.

Noch sei Österreich im Bereich erneuerbare Energie im europäischen Spitzenfeld, so der BVEE. "Das ist neben der traditionellen Wasserkraft in erster Linie engagierten Bürgern und Initiativen zu verdanken, die trotz unsicherer Rahmenbedingungen den Schritt in die Zukunft wagen", betont Walter Graf von der ARGE Biogas. "Förderungen der erneuerbaren Energie tragen nicht nur zur heimischen und dezentralen Stromversorgung bei, sondern beschleunigen auch die Entwicklung zukunftsträchtiger Technologien und damit die internationale Wettbewerbsfähigkeit", unterstreicht Johannes Schmidl, Sprecher des Österreichischen Biomasse-Verbands.

Ökonomische Argumente führt auch Gerhard Rimpler, Sprecher des Bundesverbands Photovoltaik der Wirtschaftskammer ins Treffen: "Trotz der schlechten Förderungsbedingungen haben wir in Österreich international hervorragende Technologien entwickelt. Wenn wir uns am heimischen Markt beweisen können, schafft uns das enorme Exportchancen für die kommenden Jahrzehnte". Das "Green Paper -Energy for the Future" der Europäischen Kommission, 1996, ortet für das Jahr 2020 einen weltweiten Umsatz von mehr als 1700 Milliarden ECU im Bereich der erneuerbaren Energie.

Nicht zuletzt will der BVEE auch einen langfristigen Beitrag zur österreichischen Klimapolitik und zur nachhaltigen Stromerzeugung leisten. "Mit etwa 3000 Gigawattstunden trägt die Kleinwasserkraft schon heute erheblich zur Erreichung des international gesteckten 'Torontoziels' zur CO2-Reduktion bei, dem sich Österreich derzeit sonst nur am Papier nähert. Wenn den Worten nicht endlich Taten folgen, können wir die internationale Zielvorgabe nicht erreichen", so Bernhard Pelikan vom Österreichischen Verein zur Förderung von Keinkraftwerken. "Angesichts der noch umweltverträglich nutzbaren Potentiale wäre das eine internationale Schande für das selbsternannte Umweltmusterland Österreich".

Thomas Barmüller, Vorsitzender von Eurosolar Austria verweist dazu auf die aktuellen Energieberichte und den Nationalen Umweltplan (NUP): "Papier mag geduldig sein, die Umwelt und ein österreichischer Hoffnungsmarkt dürfen es nicht sein. Daher darf die Entscheidung zur Förderung erneuerbarer Energie nicht hinter verschlossenen Türen stattfinden, sondern muß mit der Öffentlichkeit und vor allem den direkt Betroffenen abgestimmt werden".

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Bundesverband Erneuerbare Energie
Birgit Kohlmaier-Schacht
Tel.: 0676/31 13 313

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