Fachverband der Erdölindustrie

Wien (OTS) - Dem internationalen Beispiel folgend, wurden auch bei österreichischen Tankstellen - in den 70er Jahren beginnend - Shops eingerichtet. In den letzten Jahren haben sich diese Shops dem Markttrend folgend qualitativ in Richtung "Convenience-Stores" nach amerikanischem Beispiel weiterentwickelt. Trotz der starren Ladenschlußzeiten erfreuen sich diese eines wachsenden Kundenkreises, darunter auch die von anderen Ländern verwöhnten Touristen, die ein breiteres Warensortiment des täglichen Bedarfes bei den Tankstellenshops erwarten.

Diese große Beliebtheit der Tankstellen-Shops und die bei den Kunden festgestellte Verwunderung über die bisherige Begrenzung des Warenangebotes außerhalb der Öffnungszeiten veranlaßten die Tankstellen- und Mineralölbranche wiederholt, eine der Kundennachfrage gerecht werdende Erweiterung der Tankstellen-Nebenrechte zu fordern. Da sich in den letzten Tagen neben zahlreichen Medien auch die Bundessektion Handel dieses Themas angenommen haben, weisen die drei zuständigen Fachorganisationen der Wirtschaftskammer Österreich, nämlich der Fachverband der Erdölindustrie, der Fachverband Garagen, Tankstellen- und Servicestationsunternehmungen und das Bundesgremium des Mineralölhandels auf folgende Sachargumente hin:

1. Mit der für die bevorstehende Novellierung der Gewerbeordnung vorgeschlagenen Erweiterung des an den Tankstellen-Shops angebotenen Lebensmittelsortiments wird keinesfalls angestrebt, Tankstellen als Konkurrenten des Lebensmitteleinzelhandels zu etablieren. Sinn und Zweck dieser geforderten Erweiterung ist es, den Tankstellenkunden in den Shops die Möglichkeit für die Deckung des gelegentlichen Klein-und Notbedarfes zu geben. Derartige Kleinkäufe werden im Regelfall nachträglich nicht mehr getätigt.

2. Internationale Erfahrungen beweisen, daß Tankstellenshops ein eigenes Marktsegment, nämlich den "Convenience-Markt", besetzen und diese ergänzend zum klassischen Lebensmittelhandel Geschäftsmöglichkeiten bietet.

3. Die derzeitige Rechtslage bzw. der Fortbestand derselben stößt nicht nur bei den inländischen Kunden, sondern im besonderen auch bei den Touristen, wie dies auch in den Medien immer wieder berichtet wird, auf massives Unverständnis.

4. Die Interessen des Lebensmittelhandels sind durch die Einschränkung der Nebenrechte auf den Charakter der Tankstelle ohnedies hinreichend geschützt. Derzeit halten die Convenience-Läden maximal 2 % am jährlichen Gesamtumsatz des Lebensmittelhandels.

5. Im benachbarten Ausland haben sich die Verkaufsbefugnisse der Tankstellen den Bedürfnissen des Marktes weitestgehend angepaßt; dies gilt dort auch für Tabakwaren.

6. Nach Ansicht der Mineralölbranche widerspricht das beharrliche Abblocken der Erweiterung der Tankstellen-Nebenrechte durch die Bundessektion Handel eindeutig den Wünschen und Interessen der österreichischen Letztverbraucher und ausländischen Touristen, weiters der allgemein anerkannten Forderung, die Wettbewerbsposition der österreichischen Wirtschaft zu verbessern und darüber hinaus eindeutig dem Geist des europäischen Binnenmarktes. Letztlich entgeht dadurch der österreichischen Wirtschaft eine zusätzliche Wertschöpfung.

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