Aussendung des Österreichischen Presserates

Wien (OTS) - Der Presserat hat sich am 12. Februar mit dem grundsätzlichen Problem beschäftigt, ob bei der Berichterstattung über Kriminalfälle nur tatverdächtige Personen oder nicht auch deren Opfer (auch nach ihrem Tod) und ihre Angehörigen schutzwürdig sind. Der Presserat hat diese Frage bejaht und erinnert daran, daß auch Namensnennungen in amtlichen Darstellungen die Prüfung, ob solche im Bericht notwendig und vertretbar sind, nicht überflüssig machen. Wenn etwa über die Ermordung einer "Geheimprostituierten" berichtet und deren Identität genau beschrieben wird, beeinträchtigt dies auch die Intimsphäre ihrer möglicherweise sogar ahnungslosen Angehörigen. Der Presserat appelliert daher aus diesen Gründen an alle Printmedien, sich bei der Berichterstattung auch solcher Konsequenzen bewußt zu sein und den Persönlichkeitsschutz im Zweifelsfall großzügig zu gewähren.

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Peter Klar
Ombudsmann des Presserates
Tel.: 0732/68 35 97

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