Bartenstein verleiht 100. Österreichisches Umweltzeichen

Wien (OTS) - Die Zahl der Produkte mit dem Österreichischen Umweltzeichen hat die Hundertergrenze überschritten. Heute, Mittwoch, hat Umweltminister Martin Bartenstein im Rahmen einer Enquete in Wien zwei Unternehmen die Zeichennutzungsurkunden überreicht: der Bergland-Molkerei (Linz) für ihr Milchflaschen- Mehrwegsystem und dem Kärntner Holzverarbeiter Tilly (Treibach- Althofen) für seine Naturholzplatten. Damit gibt es derzeit 101 Umweltzeichen-Produkte.

Das von Friedensreich Hundertwasser kreierte Zeichen habe sich seit seiner Einführung 1990 gut entwickelt, sagte Bartenstein. Für insgesamt 33 Produkte oder Produktgruppen sind mittlerweile Richtlinien in Kraft, in denen die ökologischen Kriterien festgelegt sind. Wenig zufrieden zeigte sich Bartenstein mit dem Niveau des EU-Umweltzeichens, das er auf den hohen Abstimmungsbedarf zwischen den 15 EU-Staaten zurückführte.

Deutscher "Blauer Engel" gibt aktuelle Öko-Standards vor

Das deutsche Pendant zum Hundertwasser-Signet, der 1977 eingeführte "Blaue Engel", habe sich als Maßstab für umweltverträgliche Produkte eindeutig bewährt, stellte Dr. Andreas Troge, der Präsident des Umweltbundesamtes Berlin, bei der Enquete fest. In vielen Fällen seien es die Kriterien des Blauen Engels gewesen, die den ökologischen Stand der Technik festgelegt hätten. Vielfach sei das Kaufverhalten entscheidend beeinflußt worden. So sei der Anteil von umweltfreundlichen Farben und Lacken unter Heimwerkern in wenigen Jahren von Null auf 40 % gestiegen.

Insgesamt tragen derzeit rund 4.100 Produkte den Blauen Engel. Etwa ein Fünftel davon werden von ausländischen Anbietern produziert. Der Effekt des deutschen Umweltzeichens würde auf diese Weise auch ins Ausland transportiert, merkte Troge an.

Langlebigkeit als Produktqualität noch in den Kinderschuhen

Österreich könne auf den hohen Anforderungskatalog stolz sein, der für die Vergabe des Umweltzeichens ausschlaggebend sei, meinte Dipl.-Ing. Hannes Spitalsky, Geschäftsführer des österreichischen Vereins für Konsumenteninformation. In einer Gesamtschau würden alle Kriterien berücksichtigt: Inhaltsstoffe, Emissionen, Entsorgung, Produktion, Produktqualität und Gebrauchstauglichkeit.

Die Langlebigkeit eines Produkts als Qualitätsargument werde leider noch zu wenig berücksichtigt. So seien bei modernen EDV-Geräten schon bis zu 80 % des Materials reparier- oder austauschbar, ohne daß das komplette Gerät gewechselt werden müsse. Statt diese Möglichkeit zu nutzen, würden lieber neue Geräte verkauft.

Kritisch merkte Spitalsky an, daß manche Hersteller, die Produkte mit dem Umweltzeichen im Sortiment haben, offenbar dessen Akzeptanz beim Konsumenten "fürchten". Bei manchen Produkten sei das marktwirksame Hundertwasser-Zeichen geradezu "verschämt" angebracht, was seine Verbreitung nicht sehr fördere.

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