Industrie-Sektionsobmann Komm.-Rat Klepsch: Bedauerliche Schließung der Solvay-Elektrolyse

Schwerer Schlag für die industrielle Substanz Salzburgs

Wien (OTS) - Die Ankündigung der Solvay Österreich AG, die Elektrolyse-Fabrik in Hallein mit Jahresende 1997 zu schließen, ist ein schwerer Schlag für die industrielle Substanz im Bundesland Salzburg. Dies stellte Sektionaobmann Komm.-Rat Dipl.-Ing. Wilhelm Klepsch am Mittwoch fest.

Die Ursachen für diesen bedauerlichen Schritt liegen, wie die Geschäftsleitung betont, zu einem erheblichen Teil in den ungünstigen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen in Österreich.

Seit Jahren schon weise die Sektion Industrie auf diese nachteiligen Rahmenbedingungen, beginnend von Überbürokratisierung, über ständig steigende Lohnzusatzkosten bis zu den im internationalen Vergleich zu hohen Industriestromkosten hin, sagte Klepsch.

Eine im Jahr 1994 beim Industriewissenschaftlichen Institut in Auftrag gegebene Studie über die Wettbewerbsbedingungen der österreichischen Industrie brachte klar die äußerst ungünstige Lohnstückkostenposition der österreichischen Industrie zutage, die zu einer massiven Verschlechterung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit geführt hat. "Man sah aber dennoch offenbar wenig Veranlassung, die längst überfälligen Schritte zur Stärkung des industriellen Sektors einzuleiten, sondern begnügte sich lediglich mit Ankündigungen von bisher nicht stattgefundenen Exportoffensiven oder Technologieoffensiven", so Klepsch.

"Das Bundesland Salzburg mußte in den letzten Jahren einen dramatischen Verlust an industrieller Kapazität hinnehmen, ohne daß es zu einem gleichwertigen Ersatz durch neue Betriebe oder im Bereich der industrienahen Dienstleistungen gekommen wäre", bedauert Klepsch. Daß dies aber gerade im Bundesland Salzburg im besonderen Maß der Fall ist, sei nicht zuletzt auch auf eine besonders industrie- und produktionsfeindliche Haltung in diesem Land zurückzuführen. "Mit Verhinderungspolitik, wie sie am Beispiel Brennhoflehen demonstriert wurde oder in der Stadt Salzburg, wo seit Jahrzehnten ansässige Betriebe als raumplanerische Fehlentwicklung bezeichnet werden oder wie es schließlich im konkreten Fall der Greenpeace-Demonstration bei Solvay geschehen ist, als die örtlich zuständigen Behördenvertreter die Behinderung des Unternehmens tatenlos zur Kenntnis nahmen, wird es ohne grundlegendes wirtschaftspolitisches Umdenken zu keiner Verbesserung der gegenwärtigen Lage kommen", betonte der Sektionsobmann der Salzburger Industrie.

(Schluß)

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | HKS/OTS