Vereinigte Bühnen: Klausnitzer bietet in dieser Woche Management-Buyout von Mehrheitsanteilen an

Konzept an Marboe fertig - VP-Salcher: "Im nächsten Jahr keine Mehrheit für Subvention."

Wien (OTS) - Die von NEWS in der Vorwoche exklusiv gemeldeten Privatisierungspläne für die Vereinigten Bühnen Wien (Theater an der Wien, Raimundtheater, Ronacher) konkretisieren sich: Intendant Rudi Klausnitzer hat sein Konzept für Einsparungen der derzeit etwa 290 Millionen Jahressubvention fertiggestellt und überreicht es in diesen Tagen an Kulturstadtrat Peter Marboe.

Einer der Punkte: Klausnitzer bietet die Übernahme der Mehrheitsanteile an dem (derzeit in Gemeindehand befindlichen) Unterhaltungsriesen an. Das bedeutet: Klausnitzer entrichtet keinen Kaufpreis, verpflichtet sich aber, die Subvention deutlich zu verringern.

Als Gegenleistung möchte er die verbleibende Subvention für die nächsten fünf Jahre (statt wie bisher jährlich) pauschal ausbezahlt, um besser disponieren zu können. Klausnitzer, der zu Details keine Stellung nehmen wollte: "Ich muß aktiv werden, da die öffentliche Diskussion den Betrieb zu schädigen beginnt. Partner wie Roman Polanski werden allmählich unruhig."

VP-Gemeinderat Andreas Salcher, Vorsitzender des Kulturausschusses, geht im NEWS-Interview noch weiter: Er würde es vorziehen, wenn Klausnitzer die Vereinigten Bühnen zu 100 Prozent übernähme.

Nach wie vor aufrecht ist auch das Interesse der von Peter Schwenkow und Philipp Graf Hardenberg geleiteten "Entertainment AG", die derzeit das Ronacher gepachtet hat: Sie möchte die vereinigten Bühnen zur Gänze übernehmen und würde (als Abgeltung für Arbeitsplatzgarantien und weil das Theater an der Wien aus Kapazitätsgründen nicht rentabel zu führen ist) mit 100 Millionen Jahressubvention das Auslangen finden.

Die Jahressubvention für die Vereinigten Bühnen wurde am vergangenen Freitag vom Gemeinderat beschlossen. Liberale und Freiheitliche stimmten dagegen, ÖVP und Grüne laut Salcher nur mit dem ausdrücklichen Bemerken, sie hätten ihr Einverständnis heuer letztmals gegeben. Salcher: "Im nächsten Jahr gibt es definitiv keine Mehrheit mehr dafür."

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