Rotstift für Bildungs-Informationsservice

Wien (OTS) - Einem Artikel im heutigen Standard (S. 6) ist zu entnehmen, daß das Unterrichtsministerium dem Erwachsenenbildungs-Informationsservice EBIS ab der zweiten Jahreshälfte die finanzielle Basis entziehen will. Da EBIS als Servicestelle mit öffentlichem Auftrag konzipiert ist, käme dies der Einstellung des Vereines gleich. Seitens des Ministerbüros argumentiert Clemens Hüffel damit, EBIS bestehe aus einer Datenbank "alten Zuschnitts".

Im vergangenen EU-Jahr des lebensbegleitenden Lernens gab es keine Veranstaltung, die die Notwendigkeit der Erwachsenenbildung für die Zukunft und die Förderung derselben nicht als absolut unabdingbar darstellte. Sogar eine TV-Werbekampagne um 8 Mio. Schilling wurde gestartet, um "Stimmung für Weiterbildung" zu machen.

Als Anlaufstelle für alle Bildungsinteressierten hat das Unterrichtsministerium mit dem EBIS eine in Österreich einzigartige Einrichtung initiiert. Erstmals haben alle InteressentInnen die Möglichkeit, sich per Telefon einfach und unbürokratisch über sämtliche Weiterbildungsmöglichkeiten zu informieren, einen Überblick über das enorme und sehr differenzierte Bildungsangebot zu erhalten und so die für sie passenden Bildungsmaßnahmen zu finden. Als Grundlage für die Auskunft dient die EBIS-Datenbank, in der z. Z. über 25.000 Kurse und Lehrgänge der unterschiedlichsten Veranstalter erfaßt sind. Die Bildungsmaßnahmen werden nach den Wünschen der Anfragenden gezielt abgerufen. EBIS informiert aber auch über Qualitätskriterien von Veranstaltungen, über Beratungseinrichtungen, Förderungsmöglichkeiten u.v.a.m. Das Service wird intensiv genutzt und von den Anfragenden sehr geschätzt.

Die von EBIS verwendete Bildungsdatenbank wurde in Deutschland entwickelt und hat sich für die Bildungsberatung und -information in Österreich, der Schweiz und Deutschland außerordentlich bewährt. EBIS hat auf die Entwicklung der neuen Medien längst reagiert: ein Online-Service wurde eingerichtet, ab März wird die Datenbank auch über Internet zugänglich sein.

Diese Informationswege können jedoch auf absehbare Zeit das Telefonservice nicht ersetzen. Nur ein kleiner Bruchteil von Bildungsinteressierten verfügt über einen Internet-Anschluß, darüber hinaus sind gerade Fragen zur beruflichen Aus- und Weiterbildung viel zu komplex, um mit dem bloßen Zugriff auf eine Datenbank abgedeckt werden zu können. Bildungsberatung und Bildungsinformation sind angesichts der aktuellen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen zu wichtig, um sie auf - noch nicht existierende und außerdem für die meisten Betroffenen nicht einmal zugängliche -Internetvernetzungen oder ähnliches zu reduzieren. Nur gut geschulte und kompetente BeraterInnen, professioneller und konsequenter Aufbau einer Datenbank und sorgfältige Datenpflege können gewährleisten, daß all jene, die sich weiterbilden wollen, auch die für ihre Entscheidungen notwendigen Informationen erhalten.

Unseren Informationen nach sind - entgegen der angeführten Pressemeldung - die Diskussionen über die Zukunft dieser sehr erfolgreichen Serviceeinrichtung noch im Gange. Wir hoffen sehr, daß sich innerhalb des Ressorts die Meinung durchsetzen wird, daß diese Einrichtung nicht nur nicht eingestellt, sondern vielmehr aufgrund der Bedeutung von Weiterbildung noch weiter ausgebaut werden soll.

Die ausgesprochen positiven Rückmeldungen bei EBIS seitens der Anfragenden bestärken uns in unserer Entschlossenheit, uns für die Möglichkeit der Fortführung unserer Tätigkeit einzusetzen.

In diesem Sinne möchten wir auch Sie um Ihre Unterstützung bitten.

Rückfragen & Kontakt:

EBIS
Tel.: 50 45 891-14/15

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